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am 10. April 2014
Nina Munk schreibt ein hervorragend recheriertes und brilliant geschriebens Werk über Jeffrey Sachs und seine globale Initiative, Armut mit einem Schlag beenden zu können. Es war die Idee, durch technische Aufrüstung von sogenannten Milleniumsdörfern mit einem großen Sprung aus der absoluten Armut in die Moderne zu gelangen. Nina Munk schildert kurzweilig und mit viel Detailkenntnis über die Brennpunkte des Geschehens, darunter die konkreten Entwicklungen in zwei Dörfern, wie der Enthusiasmus des Entstehens in die Verzweiflung des unausweichlichen Scheiterns mündete und die Lage nachher nicht immer besser als vorher ist, trotz Millioneninvestitionen.

Jephrey Sachs ist ein Revolutionär. Es hatte eine großartige Idee, die nicht richtiger sein könnte: Anhand des Reichtums der modernen Welt ist extreme Armut ein beispielloses Skandal. Nur frißt noch jede Revolution ihre Kinder. Nina Munk zeigt drastisch, wie von Experten von Anbeginn vorhergesagt wurde, dass das Anliegen der Milleniumsdörfer zum Scheitern verurteilt ist. Entwicklung ist ein komplexes Phänomen. Abkürzungen gab es nicht und gibt es nicht, sei es Technologie, Dünger, Projektmanagement oder ein partizipativer Ansatz in der Entwicklungshilfe. Ein zusätzlicher Input erhöht zwar den Wohlstand, tritt aber keine Wechselwirkung mit der Umwelt, den nationalen und globalen Märkten ein, dann bleibt es auch dabei, wie ein zusätzlicher Regen, eine bessere Ernte oder ein Geschenk des Himmels. Austausch mit den Märkten ist notwendig, um ein Mehr an Wohlstand in wirtschaftliche Entwicklung umzumünzen. Neue Strukturen und Mentalitäten müssen entstehen. Das ist anspruchsvoll und verfügt über eigene Dynamiken, Anforderungen und Grenzen, letztlich geht es um Handelsprefärenzen und globale Machtverhältnisse.

Langfristig führt kein Weg an einem globalen Ausgleich und globalen sozialen Standards vorbei. Die Milleniumsziele und die sich in der Diskussion befindlichen Nachhaltigkeistsziele zeigen in diese Richtung. Die Insellösung Milleniumsdörfer a la Sachs ist eine von den vielen Sackgassen in diesem aufwändigen und jahrzehntelangen Lernprozess.

Jephrey Sachs wollte dies nicht sehen, er hat es nicht gesehen und er will dies nicht sehen. Die Milleniumsdörfer wiederholen in
gewisser Weise die Erfahrung der von ihn initiierten Schocktheraphie in Russland, die auch in Skandale von korrupten amerikanischen Beratern endeten. Darin liegt auch eine gewisse Tragik.

Nina Munk stellt sich nicht den Anspruch, über die theoretischen Debatten zu reflektieren, auch wenn sie auf wichtige Fakten und Ansätze Bezug nimmt. Sie schildert eindrucksvoll und mit vielen konkreten Beispielen, die Eigenlogik und Rationalität der einzelnen Akteure, deren beste Absichten und harte Arbeit nicht zu den gewünschten Resultate führen konnte. Das Buch ist eine Empfehlung für einen ruhigen Nachmittag.
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am 15. Juli 2014
I am a practitioner of development cooperation and I thought this is one of the books that talks balanced and knowledgably, yet engaging and thought-provoking, about the work my colleagues and I do (and maybe sometimes don't do). The angle is a sort of biography of Jeffrey Sachs, a celebrity-economist who was at the forefront of the millennium development goals' concept and tried single-handedly to turn them into reality. That millennium village project gets a very differentiated reflection in this book, with a lot of information that may not have been available so far. Moreover, the interaction between organisations, individuals and some wider context (which we are still, after 40 years of development cooperation, trying to grasp) makes the book a pleasurable and greatly informative read.
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am 25. Juni 2014
Nina Munk started off as a sympathiser of Jeff Sachs and ended by brilliantly debunking the intellectual poverty of the ideas of a pretentious "star" economist.
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