Das Cover:
Zeigt zwar die Hauptdarstellerin, aber der futuristische blaue Dress gehört nicht zu diesem Film. Die Katzenaugen hinter ihr sind immerhin berechtigt, weil ihr Spitznahme im Film Cat und der internationale Titel "Her Name Is Cat" ist. Tja, vielleicht bedeutet der Originaltitel "Paau mui" auch sowas ;-)
Man(n) darf sich nicht nur auf eine sehr schöne Frau mit katzenartiger Unabhängigkeit, Kraft, Geschick und Schnelligkeit freuen, sondern natürlich auch auf eine gute Portion Ballerei, Explosionen und nicht zuletzt die typischen Prügeleien.
War's das jetzt schon?
Nein, wir haben auch eine sehr dramatische Love-Story zwischen den beiden gleich starken Kontrahenten. Der so-gut-wie geschiedene, Macho-Top-Polizist und die äußerst autonome, ziemlich neurotische und ebenso kampfstarke Auftrags-Killerin finden auf eine ziemlich originelle Tour zueinander. Eigentlich sind beide Jäger, wenn auch auf bzw. für entgegengesetzte Seiten. Beide können gut pirschen, beobachten, verfolgen, auskundschaften. In diesem Kontext leisten sie sich zuerst lange Zeit einen Art berührungslosen Tanz, der auf originelle Art ihre innere Verbundenheit begründet und nachfühlbar macht. Ein Flamenco der Detektive sozusagen. Diese sehr spezielle Form der Beziehung hebt diesen Film vom üblichen HK-Aktion Mainstream angenehm ab.
Und die Erotik?
Viel mehr als auf dem Cover bekommt man(n) in der deutschen Version von diesem Weib nicht zu sehen. Weichzeichner, Unschäften, kurze Schnitte, verwirrende Perspektiven und immer (mit was auch immer ;-) bedeckte Brüste lassen kein Gefühl billigen Voyeurismusses aufkommen. Ihr widersprüchliches Gefühlsleben wird dennoch gut nachvollziehbar. Künstlerisch wertvoll sind die fließenden Übergänge der Darstellung "realer", "geträumter" oder "fantasierter" Szenen die dem Betrachter die Freiheit lassen die Grenzen selbst zu ziehen. Es bleibt auch jeweils offen, wer hier "träumt", er oder sie.
Produktion:
Fast immer sauber aber nicht so gut wie ein zig-millionen-Dollar teurer Hollywood Streifen. Ein paar der Cop zu Cop Dialoge sind schwach. Aber man muß schon ziemlich kritisch hinsehen, um die Patzer zu bemerken, z.B. wenn in einem dunklen Raum in ein Kissen geschossen wird und der Lichtblitz in der Einschußstelle verrät, dass hier nicht eine Kugel einschlägt, sondern ein ferngezündeter Knallefekt den Einschlag simuliert. Dafür ist die musikalische untermalung nie aufdringlich, immer passend im Thema und sehr sauber mit der Handlung synchronisiert. Auch die deutsche Synchronisation (es gibt leider nur zwei deutsche Tonspuren und keine "ausländische") ist formal und inhaltlich tadellos.
Pluspunkt:
Die DVD geht _sofort_ zur Sache, ohne nervigen Copyrighthinweise direkt ins Menue. Als Extras finden sich 7 thematisch passende Trailer. Die Scheibe ist nicht geschützt und DVD-5. Man hat also alles was man braucht und keine nervigen Extras. Die Produzenten haben sich noch nicht mal die Mühe gemacht eine Altersfreigabe ab 16 zu besorgen, die diese leicht gekürtzte Fassung (86 min.) sicher bekommen hätte.
Prädikat: Sehenswert für Leute die das Cover mögen :-)
Der Schluß?
Ich mach jetzt Schluß, will ja niemandem den Spaß verderben ;-)