Wenn man ein wenig nachgoogelt, findet man viele Hinweise auf die eigentliche Natur des Bosnien-Krieges. Provoziert und aufgeheizt wurde der Krieg wohl durch bin Ladens Al-Qaida [1], welche ihrerseits wieder durch die CIA gesteuert war - wie stets im Rahmen der nicht enden wollenden Bemühungen unserer Freunde, Europa zu destabilisieren. [2]
Trotzdem oder deswegen waren es natürlich auch wieder die Amerikaner, die das serbische Schlachten von Muslims unterstützten. So verwundert es nicht, wenn einer der größten Kriegsverbrecher dieser Epoche, Radovan Karadzic, trotz internationalem Haftbefehl und 5 Millionen Dollar Kopfgeld jahrelang nicht festgenommen wurde.
2000 erschien dann der kuriose Artikel "What I did on my Summer Vacation" des Journalisten Scott Andersen. Dort beschrieb er, wie er mit vier Freunden in Sarajevo fast mühelos auf die Spur des Schlächters kam, dann aber vom CIA behindert und abgeschoben worden ist.
Diese Story schmückte Regisseur Richard Shepard 2007 zu einem US-Kinopublikums-verträglichen Epos über Journalisten-Freundschaft im Nachkriegsklima von Kroatien und Bosnien-Herzegowina aus.
Dabei wird der ernste Hintergrund mit einer tragischen Liebesgeschichte aufgefüttert, Simon Hunt (Richard Gere) zum Verlierer, Rebell und Rächer hochstilisiert, die traurige Rolle der USA auf NATO und die UN verschoben und das Ganze mit hübschen Bikini-Trägerinnen, witzigen Dialogen und etwas Sarkasmus aufgepeppt.
Für manche US-Amerikaner ist das eben nur einer von vielen Spielplätzen, in denen sie realistischer als in der Paintball-Halle rumballern können, gepflastert mit "Untermenschen" verschiedener Couleur und ohne einen Hauch von dem Gefühl eigener Verantwortung. Genauso kommt eben auch dieser Film daher.
Nicht alle US-Filme sind so. Ich möchte besonders auf
Savior hinweisen, in welchem respektvoll, angemessen und verantwortlich mit dem Leiden der Menschen umgegangen wird.
Wer sich um all dies Gedanken macht, wird möglicherweise wütend werden. Aber auch denen, die "einfach nur einen Film" sehen wollen, wird die etwas zerrüttete Erzählung, die aufgesetzt wirkende Dramatik und der notwendig recht lasche Schluss nicht das geben, was sie von einem Action-Film erhofft haben.
Dem entsprechend blieben die Besucher aus - mit Mühe und Not spielte der Film gerade mal eben sein 10 Millionen Dollar Budget wieder ein. Richard Gere hat vermutlich zum Discountpreis gearbeitet, was auf Engagement hindeutet. Dann hätte er aber auch darauf achten müssen, was hinten herauskommt - so ist dieser Streifen für ihn eher Image-schädigend, als dass er positive politische Wirkung zeigen könnte.
Im Original 101 Minuten, Format 2,35:1 auf 35 mm Film, digital gemastert, DD|DTS (IMDB)
film-jury 2* A0554 3.12.2011eg 10A 3F