Ja: Natürlich haben auch Eleanore Everdell und Jason Friedman den Sound der Indie-Disco nicht neu erfunden, haben ihn auch keineswegs definiert und mit ihrem selbstbetitelten Debüt-Longplayer keinen Meilenstein derselben geschaffen.
Und ja: Natürlich liegen Referenzen wie Client und gar die seligen Dubstar hier auf der Hand.
(Und die auf dem Waschzettel des Rezensenten wie: Hendrix und Gainsbourg nehmen wir mal mit einem wohlmeinenden Lächeln zur Kenntnis: Namedropping - insbesondere mit der Pophistorie soll halt zeigen, dass auch die übernächste Nachwuchsmusikergeneration den Plattenschrank der Großeltern geplündert hat-)
Und nein: German klingt das Ganze beileibe nicht: Die Tracks stehen vielmehr in bester britischer Pop & Wave Tradition, Hauptaugenmerk hier auf Pop. Gäbe es Elastica noch, würden sie vielleicht so klingen. Und das ganze Summertime Gothic zu nenen, weißt schon auf ein gewisses feines (britisches) Understatement hin.
Das Überzeugende dieses Debüts ist vielmehr die erfrischend poppige Song(writer)qualität was sicher auch ein Verdienst der hippen Produzenten-Riege ist. Insbesondere die erste Hälfte der Platte überzeugt: Tracks wie der Openeer Young Arenn`t Young, Killing It, die erste Single Pigeons oder gar This Day Is Made sind schlichtweg großartig.
Und deshalb: Bitte Platte kaufen. Und hören.