Ich habe das Album am heutigen Erscheinungstag auf Dauerrotation gehört, denn bei mir hat es ein paar Durchgänge gebraucht bis ich richtig reingefunden habe. Aber mittlerweile gefällt mir das Album sehr gut.
Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie hier andere Rezensenten von musikalischem Stillstand sprechen können. "The House" ist musikalisch doch so völlig anders als es "Piece by Piece" oder "Pictures" waren, ganz zu schweigen von "Call off the Search" mit seiner Jazzclub-Atmosphäre. Davon ist "The House" nun sehr weit weg gekommen. Und doch klingt das Album typisch nach Katie, schlimm wäre es, wenn nicht.
Das Album beginnt mit dem ruhigen Stück "I'd Love to Kill You" welches musikalisch am ehesten an das Album "Piece by Piece" erinnert.
Gleich im Anschluss folgt mit "The Flood" das, in meinen Augen, innovativste Stück des Albums. Das Arrangement und die Instrumentierung erinnern teilweise an orientalische Klänge. Der Refrain nagt sich sofort im Gehörgang fest und die Melodie trägt man den restlichen Tag mit sich herum. Das poppige Intermezzo erinnert dann sehr an Madonna und ähnliche Popgestalten. Da muss man sich als Katie-Fan erstmal dran gewöhnen, insgesamt fügt sich diese Passage aber ziemlich gut in die Songstruktur ein.
Das nachfolgende "A Happy Place" baut einen ebenfalls für Katie-Fans gewöhnungsbedürftigen Rhythmus auf, der aber zum Text voll passt, insgesamt kreiert der Song eine schöne Stimmung.
Gleich darauf folgt ein weiterer Höhepunkt des Albums. "A Moment Of Madness" versprüht eine herrliche 40er-Jahre-Atmosphäre und erinnert mich zuweilen an die Soundtracks älterer Disney-Filme.
"Red Ballons" ist dann wieder ein eher typisches Katie-Lied. Langsam, zurückhaltend, zärtlich. Sowas darf auf einem Katie-Melua-Album einfach nicht fehlen.
Daran schließt sich der für mich beste Song des Album an: "Tiny Alien". Eine wunderschöne Melodie, interessante Instrumentierung und der zuckersüße Gesang von Katie machen dieses Lied unwiderstehlich.
"No Fear of Heights" und "The One I Love Is Gone" sind dann wieder typische Katie-Songs und passen stilistisch am ehesten zu "Call off the Search".
Daran schließen sich die drei eher poppigen Nummern "Plague Of Love", "God On Drums, Devil On The Bass" und "Twisted" an. In "Plague Of Love" und "God On Drums, Devil On The Bass" konnte ich mich noch nicht voll und ganz rein hören weshalb ich zu diesen beiden Titeln nichts weiter schreiben kann.
"Twisted" hat mMn die größten Chart-Qualitäten aller Songs des Albums, das Lied ist sehr eingängig.
Mit dem Titelgeber "The House" schließt das Album dann noch mit einem wunderschönen, Katie-typisch ruhigen Titel ab.
Insgesamt hat das Album damit für mich überhaupt keine Schwächen. Jedes Lied ist für sich allein genommen verführerisch und das Album hat für sich als ganzes eine intensive Atmosphäre.
Katie ist erwachsen geworden und hat sich musikalisch weiterentwickelt. Und das ist auch gut so, ein Stillstand auf dem (sehr hohen) Niveau von "Pictures" oder "Piece by Piece" wäre auf Dauer langweilig geworden.
"The House" bietet mir genau das, was ich wollte...jede Menge Katie Melua, verpackt in 12 neuen wunderschönen Songs. Deshalb gibt es ganz klar 5 Sterne! Danke Katie!