...auf ewig die Jahre, auf ewig die Liebe. Auf ewig: Die Stunden"
Mit diesen Worten Virginia Woolfs geht ein Film zu Ende, der auf das Kunstvollste einen Einblick in einen Tag im Leben dreier Frauen gewährt.
Der 2002 entstandene Film von Stephen Daldry basiert auf dem gleichnamigen Buch von Michael Cunningham, das seinerzeit von der Kritik als moderne Fassung von "Mrs. Dalloway" gefeiert wurde.
Tatsächlich ist Virginia Woolfs berühmter Roman das Leitmotiv.
In Parallelmontagen agieren Nicole Kidman als Virginia Woolf an einem Tag im Jahr 1923, Julianne Moore in der Rolle der amerikanischen Vorstadthausfrau Laura Brown in den Fünfziger Jahren und Meryl Streep als Gastgeberin Clarissa Vaughn in den Neunziger Jahren.
Clarissa bereitet für ihren alten, an Aids erkrankten Freund eine Party vor. Er soll an dem Tag einen bedeutenden Literaturpreis erhalten.
Die schwangere Laura liest gerade in Mrs. Dalloway und wird an diesem Tag mit ihrem kleinen Sohn nicht nur eine Geburtstagstorte backen, sondern auch eine folgenreiche Entscheidung treffen. Und Virginia Woolf kämpft mit den ersten Sätzen ihres Romans "Mrs Dalloway" und noch mehr gegen die sie im festen Griff haltenden inneren Dämonen...
"The hours" ist ein dramatischer Film, in dem die drei bekannten Schauspielerinnen Moore, Streep und Kidman ihr ganzes Können unter Beweis stellen.
Alle drei Frauen verkörpern innere Zerrissenheit, Zweifel und Vorahnung und während gegen Ende deutlich wird, dass Clarissa und Laura noch durch ein weiteres Band eng miteinander verknüpft sind, bleiben für Virginia Woolf "auf ewig die Stunden"...
Der Film, der jeweils das Zeitkolorit und Lebensumfeld der Protagonistinnen perfekt einfängt, ist alles andere als geschmeidig. Beginnt der Tag auch mit einer gewissen Munterkeit, wird dem Zuschauer schnell klar, dass er sehr schnell in die schwelenden, seelischen Konflikte der Frauen verwickelt wird. Den zum Teil sehr quälenden Gesprächen, die sie mit den Menschen um sich herum und auch mit sich selbst führen, innerlich zu folgen, ist nicht ganz einfach.
Mir hat sich der Film auch erst beim zweiten Anschauen in seiner ganzen Schönheit offenbart.
Eine Literaturverfilmung mit wunderbar sensiblen Darstellern und einer perfekten Dramaturgie, mit an manchen Stellen zu überzeichneter Kammerspiel-Atmosphäre.
Beeindruckend, jedoch nur für "starke Stunden", in denen man sich einen solchen Stoff zumuten kann!