Letztens hab ich versucht, mir eine Best Of von BDB zusammenzubrennen. Aus den diesem folgenden, immer schwächer werdenden Alben, alles Gute herauszupicken, geht ganz gut, aber mit diesem hier klappt das überhaupt nicht. Da ist einfach kein schwaches Stück drauf. Also muss sie so bleiben. Manche Sachen sollten eben unangetastet bleiben.
Höchst inspirierter Folk-Avantgarde-Pop, virtuos zusammengedacht und -gestellt, dabei lässig und souverän. Die Platte kommt zwar erst nach einigen Stücken auf Touren, hüpft aber immer gekonnt zwischen klassischem Pop ("Once Around The Block"), (Parodie[?]-)Folknummern ("Pissing In The Wind") und gezielt eingesetzten Sound-Collagen ("Cause A Rockslide") hin und her und trotzdem hört sich alles wie aus einem Guss an.
Ein vielschichtiges, freundliches Album mit Sentiment, aber nicht wehleidig oder gar verkopft. Die gesamte Palette menschlicher Gefühlsregungen wird unaufdringlich hingetupft. Unverbrauchte Melodien, eine warme Stimme und die stets passende und gelungene Instrumentierung tun ihr übriges, alles fein abzurunden. Außerdem ist die Platte so geschickt konstruiert, dass man nach euphorisierten Schluß gerne mit dem zwar etwas trägen, aber doch sanft gefangennehmenden Anfang der Platte wieder neu einsteigen und die ganze abwechslungsreiche und doch geschlossene Tour de Force nochmal von vorne miterleben möchte.
Für Fans von Sufjan Stevens, Jonathan Richman (ohne dessen manchmal penetrante Putzigkeit) und Martin Newell/Cleaners From Venus.