Kaum eine Science Fiction-Parodie hat unter ihren Anhängern derartigen Kultstatus erreicht und seine Spuren in Popkultur und Internet hinterlassen. The Hitchhikers Guide to the Galaxy lehrt uns, dass 42 die Antwort auf the Life, the Universe and Everything ist und dass man immer ein Handtuch dabei haben sollte, denn nichts ist nützlicher und universell einsetzbarer. In mancher Hinsicht war der Original-Hitchhiker, der zuerst nur ein im Radio ausgestrahltes Hörspiel war, regelrecht prophetisch. Technik-Fan Douglas Adams schrieb damals schon von Taschencomputern und PDAs, allerlei technisches Gerät, das heute in anderer Form existiert.
Der zündende Gedanke soll Adams während seines Europatrips als Jugendlicher gerade beim Campieren auf einem österreichischen Feld gekommen sein. Was wenn jetzt ein Raumschiff vorbeikäme, könnte er dann per Anhalter mitreisen? Aber erst einige Jahre später, als er in einer Depression das Skript für sein Hörspiel entwarf nahm dieser Gedanke Gestalt an. Adams selbst meinte, dass ihm die Arbeit am Anhalter sehr geholfen habe die Depression zu überwinden und schrieb dem Werk zumindest lindernde Fähigkeiten zu, wenn man also einmal glaubt es könnte nicht mehr schlimmer kommen und emotional am Boden liegt, sollte man den Hitchhiker lesen. Als es darum ging das überraschend erfolgreiche Hörspiel in Buchform zu bringen, trat ein anderer Charakterzug Douglas Adams zu Tage, Deadlines ließ er gerne wie Schnellzüge an sich vorbeiziehen und als diese mehrfach überschritten war, musste er das unfertige Hitchhiker-Manuskript abgeben. The Restaurant at the End of the Universe gäbe es nicht, hätte er das Buch fertigstellen dürfen, denn der zweite Hitchhiker verkörpert die fehlenden Kapitel des ersten.
Da der Hitchhiker kein echtes Ende hatte, seine Fortsetzung aber schon, schien die Geschichte um Arthur Dent und Ford Prefect beendet, doch in The Life, the Universe and Everything durfte Arthur aus der Vergangenheit zurückkehren und erkundete mit Ford das Geheimnis des mysteriösen Planeten Krikkit, wie sie auch nach der Macht suchten, welche wirklich die Galaxis kontrolliert.
Es hätte vorbei sein können und für manchen Fan war es das, nach dem eher schwachen dritten Band auch, aber So long, and thanks for all the fish ließ Arthur Dent sogar auf die eigentlich zerstörte Erde zurückkehren. Die Trilogie wurde jedoch nicht zur Quadrologie, sondern einer Trilogie in vier Teilen, weil Band 4 nicht wirklich zwangsläufig zum Kanon gehörte. Auf der Erde erlebte Arthur Dent sein romantisches Abenteuer mit der ihm sehr ähnlichen Fenchurch, dem Mädchen, das beim Untergang der Welt die zündende Idee hatte.
Mostly Harmless bezeichnet der Hitchhiker die Erde, aber weit weniger harmlos wirkt der fünfte und letzte Hitchhiker-Band für Fans. Er beendet die Saga endgültig und das verwirrend und auf dramatische Weise. Weil Douglas Adams nicht mehr wollte, nach 4 Bänden und 2 "echten" Fortsetzungen des Hitchhikers, sowie eines Musicals, einer Fernsehserie und dem langen Tauziehen um eine Verfilmung, welche erst nach seinem Tod realisiert werden konnte wollte der Schöpfer mit seinem Werk abschließen, schließlich waren die ersten beiden Bände des Werks die einzigen gewollten gewesen und aus dem für das Radio gedachten Hörspiel entstanden.
2001 ist Douglas Noel Adams durch einen Herzinfarkt verstorben, es war sein Wunsch, dass kein Ghostwriter je die Geschichte des Hitchhikers fortsetzen würde und bis heute gehört dabei zu den wenigen Autoren denen dieser Wunsch gewährt wird. Robert Ludlum (The Bourne Identity), Mario Puzo (The Godfather), Ian Fleming (James Bond), ihr aller Werk wird und wurde mittlerweile von Ghostwritern mit unterschiedlichen Erfolg fortgeführt, um nur einen Vergleich zu darzulegen. Dem Hitchhiker ist allerdings gelungen, was den Werken dieser drei Autoren bisher verwehrt geblieben ist, er hat sich als Weltliteratur etablieren können und es zumindest mit dem ersten Band in die rote Reclam-Reihe geschafft
Schon der Name Douglas Adams steht für britischen Humor und Satire der besonderen Art, aber eben auch Reflektionen zum technischen Fortschritt, das Heraufziehen des Digitalzeitalters, welches Adams mit offenen Armen willkommen hieß. Was den Hitchhiker so von anderen Werken unterscheidet ist die Vehemenz mit der er sich weigert ernsthaft zu sein und das Werk zur chaotischen und völlig unkonventionellen Weltraumodyssee gemacht hat. Die Wendungen der Handlung sind zahllos, ebenso wie Anspielungen und Parodien. Der Hitchhiker verkörpert eine eigene Philosophie, etwa dass uns Technik voran, aber oft genug nicht weiter bringt. Arthur Dent ist Durchschnittsmensch, dessen Job beim Radio zwar heute etwas altmodisch wirken mag, aber den Glauben an ein Medium und an eine gute und solide, ehrliche Arbeit darstellt. Sein gesamtes Leben und Umfeld, wird Arthur genommen, er wird in eine völlig andere Welt katapultiert und bleibt doch Arthur Dent, ein etwas schusseliger Durchschnittsmensch im Morgenmantel. Helden sehen anders aus und tragen mit Ausnahme von G aus der Guru keinen Pyjama.
Picador bietet mit dieser Sammelausgabe, alle fünf Hitchhiker-Bände in einem Sammelschuber und ist dabei eine der günstigsten Ausgaben. Natürlich fehlt die in manchen Sammelbänden enthaltene Kurzgeschichte "Young Zaphod plays it safe", aber dafür erspart man sich auch etwas und kann die Bände einzeln gebrauchen, wobei beispielsweise nicht die gesamte Saga auf unbestimmte Zeit zu verleihen braucht. Nebenbei sind die Bücher einzeln auch leichter zu transportieren und handlicher.
Fazit:
Eine überlegenswerte Anschaffung für alle die den Hitchhiker vollständig, aber nicht in einem unhandlichen und klotzigen Sammelband haben wollen.