Das Original aus den 80er Jahren ist ja längst schon ein echter Klassiker, fristet hier in Deutschland aufgrund seiner Indizierung allerdings eher ein Schattendasein. Wenn überhaupt, kennen die meisten den Film nur in einer stark gekürzten Fassung, die zwar auf DVD erhältlich, jedoch völlig unbrauchbar ist.
Ob die Welt diese Neuverfilmung wirklich gebraucht hat, sei mal dahingestellt, zumal eine Steigerung des Originals aus meiner Sicht völlig ausgeschlossen war, dennoch hat mir dieses Remake überraschend gut gefallen. Der Film orientiert sich sehr stark am Original und es gibt, wenn überhaupt, nur wenige Neuerungen. Teilweise sind ganze Handlungsblöcke haargenau dem Vorgänger entnommen und es gibt nur vereinzelt Überraschungen, falls man den Hitcher aus den 80er Jahren kennt. Die Darsteller des jungen Pärchens, die den mysteriösen Anhalter in ihr Auto einsteigen lassen und eine blutige Kettenreaktion auslösen, sind wie in anderen Horrorfilmen auch, austauschbar, machen ihre Sache aber wirklich gut. Großes Lob verdient sich in jedem Fall Sean Bean für seine überzeugende Darstellung des Hitchers, an den diabolischen und wahnsinnigen Rutger Hauer kann er jedoch nicht heranreichen. Der Gewaltpegel und Gorefaktor hat sich stark erhöht (ich denke da insbesondere an die Truckszene, in der ACHTUNG: SPOILER
der arme Junge in zwei Teile gerissen wird, was man selbst im ungekürzten Original, in dem sich Jennifer Jason Leigh in der gleichen unangenehmen Lage befand, ja nicht zu sehen bekam
ENDE SPOILER, so dass man sich fragen muß, wie es sein kann, dass die Neuverfilmung ab 18 Jahren freigegeben wurde, der wesentlich harmlosere Erstling aus den 80er Jahren aber immer noch indiziert, also mit einem Totalverbot auch für Erwachsene belegt ist. Aber das ist ein anderes Thema. Bild und Ton sind sehr gut und geben keinen Anlass zur Beschwerde. Es kracht und bummt an allen Ecken und Enden, so dass der Film mit einer Surround-Anlage noch viel mehr Spaß macht. Auf einer zweiten Disc befinden sich einige interessante Extras, die teilweise deutsch untertitelt sind, darunter ein "Making Of" (10:53), "A Good Day To Die" (13:09) in Form eines Videotagebuchs und "Road Kill: Crashing Cars" (10:01). Bei den acht Deleted Scenes (23:22) handelt es sich fast nur um alternative Szenen, die man sich teilweise auch im Endschnitt des Films hätte vorstellen können, insbesondere die wesentlich härtere Truck-Szene, bei der es mehr zu sehen gibt und welche die im Streifen verwendete Sequenz fast harmlos erscheinen läßt.
Fazit: Ein gelungener Film auf einer qualitativ sehr guten DVD, verpackt im edlen Steelbook. Interessierte sollten sich in jedem Fall diese Version zulegen, denn die im Amaray erhältliche und etwas günstigere Einzel-DVD wurde um zwei Minuten auf FSK 16 gestutzt und ist somit völlig indiskutabel.