"Historia Regum Britanniae" - die Geschichte der Könige Britanniens. Der Titel läßt meinen, daß es sich bei diesem, 1136 in Oxford erschienenen, Werk eines Mönches um eine geschichtswissenschaftliche Arbeit handele. Das ist es aber keineswegs. Sein historischer Gehalt ist vergleichbar mit dem eines schlecht recherchierten historischen Romans. Doch so unwichtig und falsch es als Geschichtswerk auch ist, so wichtig und richtig wirkt es auf Geoffreys literarische Nachfahren. Vielen Schriftstellern diente es als Ideengeber, darunter auch Tennyson und Shakespeare. Und so verwundert es nicht, daß es heutzutage als eines der großen Werke früher britischer Literatur angesehen wird. Lear und auch - sieht man von den paar Zeilen in den "Annales Cambriae" einmal ab - König Artus erblicken hier ihr literarisches Tageslicht.
Thorpe bietet mit dieser Ausgabe dem Leser eine vollständige Übersetzung des Werkes in zeitgenössisches Englisch. Eine recht ausführliche Einleitung über das Werk selbst und vor allem seinen Autor und ein ausführlicher Anhang, wobei hier der hervorragende Index separat betont werden muß, runden das Werk ab.
Ein Buch für alle Freunde der britischen Mythologie und vor allem der Artus-Sage, die keine Muße haben, sich die Historia im lateinischen Original zu erarbeiten.