Ich weiss noch wie aufgeregt ich war als ich mir im zarten Alter von 12 Jahren diese Platte kaufte, weil mir fröhliche Musik ganz plötzlich zuwider war. Auf einmal fand sich also Robert Smith auf meinem Plattenspieler, und der dümpelte mit melancholischsten Texten und teils trüben, teils beschwingten Gitarrenpop-klängen vor sich hin und überzeugte mich bis heute (das ist 16 Jahre her) von der Qualität der Dark Wave-Gothic-Front, wenngleich dies eine immer noch etwas unpassende Bezeichnung für das Phänomen "the cure" ist. Auf diesem Album befinden sich in der Tat einige Songs, die eher an melancholischen Gitarrenpop à la The Smiths erinnern (zum Beispiel "Inbetween Days", "Six different ways"), natürlich mit der Einschränkung dass Robert weniger singt als jault, was wir ja alle sehr an ihm schätzen.
Die anderen Songs sind ganz und gar nicht beschwingt. Viel eher schaffen es Meisterwerke wie "Kyoto Song" oder das phlegmatische "Sinking" einen recht depressiv zu stimmen.
Auf diesem Album kommt keine Langeweile auf. Die Geschichten die Robert erzählt sind allesamt skurril wie wir es gewohnt sind. Verglichen mit meinem Lieblingsalbum von The Cure "The Top" ist dieses eingängiger, poppiger, einfach simpler und bei weitem nicht so schräg. Aber man kann verstehen warum mit diesem Album die Erfolgskurve von The Cure erheblich anstieg. Es ist die gekonnte Mischung aus eingängigen Melodien, Skurrilität und Eigensinnigkeit, mit der es Smith schafft auch noch Charthits wie "Close to me" dem Mainstream zu entreissen. Einfach klasse.