Nach den vielen Zugeständnissen und Pfadänderungen auf Mr. Beast, mit seinen zum Teil weniger tiefsinnigen, eingängigen Songs, dachte ich mir nicht, dass das neue Album so gut wird. Obwohl der Gesang weg ist, ist die Identifikation so eindeutig Mogwai dass es einen schaudert. Allerdings sind sie dieses mal viel karger und monolitischer. Die Nummern auf einen Nenner bringen ist ebenso unsinnig als einen Track vor zu skipen. Sie besinnen sich auf ihre Wurzeln, wenn in "Batcat" gekonnt wie in "like herod" von Young Team oder in "My father my King" gedronerockt und hypnotisch die Noise Wand aufgezogen wird. Danach wirds abwechselnd leise und laut, ruhig und noisig, die Ideen reichen dabei völlig aus, uns auf ein Neues mit diesem alten Rezept weich zu kochen. Natürlich haut einen das nicht mehr um aber das ist eigentlich gar nicht schlimm, dafür sind sie gereift, das Album ist als Ganzes viel weniger eingängig als alle Vorgänger. Man muss sich schon einwickeln lassen, wie in eine Wolldecke, um mit dem steinigen Sound warm zu werden. Die Band hat auf diesem Album wieder viele verschiedene Klangquellen ausgelotet, so gibt es immer wieder etwas Glockenspiel, Klavier, Keyboard und Synthesizer zu genießen. Die Nummer "the sun smells to loud" zum Beispiel verwundert dann auch noch mit allerhand popigen Noise-Melodien und einem klebrig eingängigen elektronischen Überbau, erstaunlich gut steht ihnen und dem Album diese kleine Postrock Pop-Hymne. Mir und sicherlich vielen Mogwai-Fans wird's gefallen, für die, die Mogwai durch Mr. Beast kennen und lieben gelernt haben, wird es sicherlich eine kleine Umstellung. Und wer für den Herbst eh noch nichts im Cd-Player liegen hat, kann sich diese schönen, saftigen Herbst-Wiesen und die gemütlichen Pub-Abende, in akustischer Form, ja ruhig mal zulegen. Soundscapes mit melankolischem Tenor und ausufernde Abfahrten in die weite, karge Landschaft der schottischen Heimat. Viel Spaß beim erkunden!