The Handmaid`s Tale von Margaret Artwood spielt innerhalb einer utopischen Vision eines christlich-fanatistischen-faschistischen Staates, der die Rechte der Frauen auf ein absolutes Minimum zurückgeschraubt hat. Das einstig so "liberale" und demokratische Land USA, welches nun Gilead geheißen wird, ist in das komplette Gegenteil umgekehrt worden.
Die Ich-Erzählerin des Buches erzählt ihre Geschichte vom Anfang ihrer "Einstellung" im Hause des im Roman nur als "Commander" bezeichneten Hausherren und seiner dominanten Frau Serena Joy, eine ältere Dame, die ihre Fruchtbarkeit schon seit langem verloren hat - welches in dem durch Strahlung und Giftmüll verseuchtem Land keine Seltenheit mehr ist.
Die Ich-Erzählerin, als eine der wenigen noch fruchtbaren Frauen, übernimmt dort die Funktion einer "Handmaid". Ihre Aufgabe besteht darin, wie auf der Rückseite des Buches schon recht treffend betitelt, zu "brüten". Die Befruchtung wird dank typisch christlicher Vorurteile noch physisch durchgeführt. Eine künstliche Befruchtung wäre schließlich unmoralisch, ganz im Gegensatz zu dem natürlich "notwendigem" Paarungsakt, wo jegliche Emotion jedoch wiederum verboten ist.
Die Geschichte stellt eine meiner Meinung nach sehr gelungene Darstellung eine der Staatsformen dar, die niemand gesunden Verstandes jemals miterleben möchte. Innerhalb christlicher Indoktrination und staatlicher Totalüberwachung entfalten die Protagonisten trotzdem jeder für sich seine eigene, interessante Persönlichkeit. Dass der "Commander" höchstwarscheinlich kein Unschuldslamm sein wird, ist zu erwarten. Auch die anderen Charaktere zeigen immer wieder, wie oberflächlich die als "vernünftig" bezeichneten Veränderungen des christlichen Regims auf die Bevölkerung (vor allem die herrschende, obere Schicht selbst) nur einwirkte.
Sprachliche gibt es für mich nichts zu bemängeln.
Margaret Atwood schafft es immer wieder, die Dinge so auszudrücken, wie man sie selbst sehr gut nachvollziehen kann.
- Meist sich selbst auch so vorgestellt hatte, es jedoch nie geschafft hätte, dies in dieser Form auf Papier zu bringen.
Ein durchweg zu empfehlendes Buch.