Ich bin eher zufällig durch eine Radiosendung auf einen Song aufmerksam geworden und habe ihn dann nach einigem Suchen auch diesem Album gefunden. Falsch: Es ist nicht "7 Seconds", der sicherlich am bekanntesten ist, sondern die Wolof-Version des Dylan-Songs "Chimes of Freedom" von Bob Dylan. Wenn man den Originaltext gut kennt, ist diese Version in der wichtigsten Lokalsprache des Senegal zusammen mit dem sehr typischen afrikanischen Sound einfach grandios. Man darf ja nicht vergessen, daß es nur sehr wenige afrikanische Länder gibt, wo sich die Leute wirklich frei von politischer Unterdrückung und Willkür fühlen dürfen. Der Senegal mag zwar arm sein, aber es gab nie umstrittene Wahlen, keine Militär-Putsche und jeder Präsident ist nach Ende seiner Amtszeit ohne Diskussion in Pension gegangen. Darauf kann Youssou N'Dour durchaus stolz sein und auch darauf, daß er und seine Landsleute durchaus als "Euro-Moslems" bezeichnet werden können, die Staat und Religion völlig voneinander trennen und sich nicht um den Glauben anderer kümmern. Auch das macht diese Musik zu etwas besonderem, das man richtig genießen kann. Dieses Album ist mit "The Lion" (Gatende) sicher eines der stärksten des Künstlers und ich kann es nur wärmstens allen empfehlen, denen afrikanische Musik ein sehr spezielles Lebensgefühl für den Alltag vermittelt.