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am 4. Februar 2012
Die DVD- Box kommt im kleinen Pappschuber und hat ein Wendecover für diejenigen, die die FSK Kennzeichnung nicht sehen wollen. Zu den üblichen Extras (Making of, Deleted Scenes, Outtakes, Trailer) gesellt sich der Kurzfilm "The second Death" und eine Version mit Audiokommentar.

Kritiken:
Cinema: "Extrem lustig"
Joy: "Herrlich gepfefferte Dialoge"
TV Spielfilm: "Bitterböse One-Man-Show mit kuriosen Dialogduellen"
Cosmopolitan: "Ein Wahnsinnis lustiges Desaster".
Focus: "Ir(r)e Kimisch."
Die Zeit: "Brillant! Ein Fest des schwarzen Humors."

Zum Film:

Dieser Film ist oberflächlich gesehen eine Story über einen rauhbeinigen Dorfpolizisten und dessen unerwünschter Zusammenarbeit mit einem farbigen FBI Agenten. Filme mit Paarungen ungleicher Polizisten, die am Ende Freunde werden, hat man schon oft gesehen- von Red Heat über Leathal Weapon bis zu ... ach egal, es gibt sie im Dutzend.

Dieser Film hier ist aber eher eine Anlehnung an, bzw. eine Umkehrung des Klassikers "In der Hitze der Nacht". Während in der Hitze der Nacht der bornierte Dorfpolizist nur mühsam über seinen rassistischen Schatten springt, ist Polizist Boyle (Brendan Gleeson) erheblich komplexer angelegt. Ein Teil des Spasses an diesem Film ist, dass der Zuschauer diesen fundamentalen Unterschied (ich werde ihn deshalb hier auch nicht verraten) im Lauf der Geschichte erst entdecken muss, ebenso wie der anfangs stark konsternierte FBI Agent Wendell Everett (Don Cheadle) es tut.

Der anfangs nur schrullig und skurril wirkende Dorfpolizist gewinnt im Lauf des Filmes mehr und mehr an Kontur und Charakter und man muss einfach sagen, dass Brendan Gleeson hier eine wundervolle schauspielerische Leistung zeigt, als verschlagenes Schlitzohr, das sein eigenes Ding macht. Das Drehbuch ist komplex und intelligent, ebenso die Dialoge.

Zum Brüllen lustig ist der Film eigentlich nicht. Er enthält einige sehr komische Szenen, die aber sicherlich nicht den Hauptteil an dem Vergnügen ausmachen, das der Film bereitet. Er ist AUCH witzig, vor allem aber ist es ein gut gemachter Krimi und in Passagen auch ein prima Actionfilm. The Guard kann man durchaus mehrfach angucken, er enthält überraschende Momente, erzählerische Tiefe, eine gute Story, prima Schauspieler und eine grosse Prise Humor obendrauf. Kaufen!
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Nachdem ich vor ein paar Jahren mit Martin McDonaghs Gangster-Scharmützel "Brügge sehen... und sterben?" absolut überrascht wurde, sah ich freudestrahlend dem Werk seines Bruders John Michael McDonagh entgegen. Er betätigte sich neben der Regie bei "The Guard - Ein Ire sieht schwarz" auch als Autor, und das Resultat kann sich durchaus sehen lassen!
Gerry Boyle ist Polizei-Seargent in einer irischen Kleinstadt. Er ist ein bärbeißiger Kerl, der es nicht immer ganz genau nimmt, und schon mal Fünfe grade sein lässt bei den Ermittlungen. Als er mit seinem neuen Kollegen eine erschossene Leiche in einem Ferienhaus entdeckt, ahnt er noch nicht, was alles auf ihn zukommen wird. FBI-Mann Wendell Everett wird eingeflogen, da in der Region ein dicker Drogendeal über die Bühne gehen soll. Boyles Interesse an dem Fall, und vor allem an dem neuen farbigen Kollegen, hält sich sehr in Grenzen, doch das wird nicht lange so bleiben.
Die Geschichte passt im Grunde auf einen Bierdeckel, und Wirrungen und Überraschungen darf hier man ebenso nicht erwarten. Was den Film ausmacht, sind einfach seine skurrilen und liebenswerten Figuren, welche in ein kühles und passendes irisches Setting platziert wurden. Obendrein der zwar schwarze, aber nie per Holzhammer präsentierte Humor, und der wirklich geniale Soundtrack! Wenn in aktuellen Filmen, unpassenderweise, Western-Melodien erklingen, hat so ein Streifen bei mir ohnehin schon ein Stein im Brett. Man muss zwar ganz klar sagen, dass McDonagh teils gut bei seinem Bruder abgeschaut hat, aber wie sagte schon zu Guttenberg? "Gut kopiert ist halb gewonnen". Wer mit dem Humor und der Machart von "In Bruges" etwas anfangen konnte, der ist auch hier richtig gut aufgehoben, was nicht zuletzt an den Glanzleistungen von Don Cheadle, Brendan Gleeson und Mark Strong, sowie dem restlichen Ensemble liegt.
Die Blu-ray ist mit reichlich Extras wie Making-Of, Outtakes, Interviews und Trailern vollgepackt, hat mich bildtechnisch aber leider nicht vollkommen überzeugt. Meist auf ordentlichem Niveau, gibt es doch Szenen, die zu wenig Schärfe haben, und sogar eine, in der die Letterbox Streifen die ganze Zeit über flackern. Das ist kein Grund die Scheibe stehen zu lassen, aber so was darf in meinen Augen nicht passieren.
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am 6. Juli 2014
Einer jener seltenen Polizeifilme, in denen die Gesetzeshüter nicht per se die Heiligen sind. Ähnlich wie Harvey Keitel im ‘Bad Lieutenant‘ ist Brendon Gleeson hier der korrupte irische Bulle, der durch gemeinsame Nuttenfotos erpressbar ist, Toten den Stoff abnimmt und selber einwirft und am Tatort Beweismittel vernichtet. Man fragt sich, ist der gutmütige, korpulente Sergeant wirklich etwas hohl im Kopf oder tut er nur so? Trotz seiner ‘Krummen Dinger‘ bleibt er irgendwie sympathisch. Er kümmert sich ja auch rührend um seine Mutter (Fionnula Flanagan). Und zur zukünftigen Kollegenwitwe ist er sehr freundlich.
Der Zuschauer wundert sich und genießt die pfiffigen Dialoge, die Gleeson erst mit dem jungen Kollegen (Rory Keenan) aus Dublin führt und dann mit dem FBI-Mann Don Cheadle. Die hauen sich Vorurteile und Klischees um die Ohren, dass es nur so knallt. Es herrscht überhaupt ein lockerer Umgangston zwischen den Gangstern (u.a. Liam Cunningham) und der Polizei. Man kennt sich, wie in einer großen Familie. Man darf das alles nicht so eng sehen. Bevor ein Gangster im finalen Showdown getroffen umkippt sagt er noch ‘Good shot.‘ Diese leichte ironische Distanz tut gut, auch wenn am Schluss die übliche Abrechnung kommt. Mit Explosion und Feuer ballern sich die beiden Polizisten zum Erfolg. Don Cheadle bleibt bandagiert übrig, Gleeson bleibt verschwunden. Man ahnt wo er ist. Guter Schluss nach einem guten Film. Herzhaft derb, realistisch unbequem.
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am 11. Februar 2012
Nein, einer überzogene Actionkomödie wie "Die etwas anderen Cops" ist dieser Film ganz sicher nicht. Ich würde ihn noch nichteinmal als typisch britische, übertriebene schwarze Komödie à la "Hot Fuzz" bezeichnen, auch wenn der Film durchaus seine sehr witzigen und leicht überzeichneten Momente hat. Der Humor ist allerdings immer eingebunden in ein stimmiges, mitunter nachdenklich machendes Gesamtkunstwerk, dass ich insgesamt eher dem Film Noir zuordnen würde. Von "leichter Kost" oder "Popcornkino" würde ich nicht sprechen.

Im Mittelpunkt diesen mehr als gelungenen irischen Streifens steht Brendon Gleeson (bekannt als "Madeye" Moody aus den Harry Potter-Filmen) als schrullig-liebenswerter Kleinstadtpolizist der irischen Garda, der trinkt, hurt und öfter mal ein Auge zudrückt und nicht das geringste Interesse an großer Verbrechensbekämpfung hat. Seinen neuen Partner, einen schwarze FBI-Agent, behandelt er zunächst herablassend, rassistisch und desinteressiert bis am Ende zwischen den beiden ungleichen Polizisten soetwas wie Respekt und Freundschaft entsteht...

Herrlich anzuhören ist die englische Originalversion mit ihrem sehr ausgeprägten irischen Akzent, einem unbestechlichen Wortwitz und eine wunderbar flapsigen Dialogführung, die aber nie albern oder komplett überzogen wirkt. Sehr atmosphärisch wurde die Atmosphäre in der irischen Kleinstadt eingefangen, die in Conamarra / Galway, einen gälisch sprechenden Gaeltacht im Westen Irlands liegt und in der so mancher sich gar weigert, überhaupt Englisch zu sprechen. Sehr einfühlsam wurde die B-Story rund um die totkranke Mutter der Hauptfigur ausgearbeitet, wobei auch hier der Humor eher hintergründig und nachdenklich wirkt.

Ein besonderes Schmankerkl für alle Irland-Fans bietet der kurze Gastauftritt von Comedian Pat Shortt, der aus den irischen Kult-Serien "Killinaskully", "Mattie" und "Father Ted" bekannt ist.

Am Ehesten kann man den Film wohl mit den klassischen amerikanischen Buddy-Movies der 80er und 90er-Jahre vergleichen, wie etwa 48 Stunden, Lethal Weapon oder Bad Boys...Auch bei diesen blieb es dem Zuschauer überlassen, ob er denn die komischen Elemente oder die ernsten Hintergründe in den Mittelpunkt seiner Wahrnehmung stellen wollte...Ein Film, der sowohl als Krimi/Thriller als auch als anspruchsvollere Komödie funktioniert...
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am 10. März 2012
Der irische Kleinstadtpolizist Gerry Boyle bekommt zur Unterstützung einer Drogenschmuggler-Ermittlung die Unterstützung des schwarzen FBI Ermittlers Everett. Boyle fühlt sich allerdings eher auf die Füße getreten, gerade weil er es ohnehin nicht so mit den Vorschriften hat.

Ich bin ein Fan von Don Cheadle. Er spielt den FBI Mann wirklich genial, der sich dem Kleinstadtbullen gegenüber immer wieder durchsetzen muss. Eine Krimi-Komödie mit Witz, Charme und so herrlich gesetzt rassistischen Untertönen, dass er sich selbst sozialkritisch auf die Schippe nimmt und doch nie unter der Gürtellinie agiert. Zwei Menschen die unterschiedlicher nicht sein könnten, sind gezwungen gemeinsam am selben Strang zu ziehen. Das zieht zwangsläufig urkomische Situation nach sich.

Fazit:
Don Cheadle in Bestform. Eine ganz große schwarze Komödie. Ansehen!
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TOP 1000 REZENSENTam 27. Februar 2013
Mit diesen Worten, vorgebracht im Ton freundlichster Sachlichkeit, vielleicht mit einer beigemengten Spur Verwunderung, sich dafür überhaupt rechtfertigen zu müssen, verteidigt der irische Dorfpolizist Gerry Boyle (Brendan Gleeson) einen Satz wie “I thought only black lads were drug dealers“, mit dem er das Briefing des afroamerikanischen FBI-Manns Everett (Don Cheadle) unterbricht, der sich wegen eines zu erwartenden Drogentransports in Connemara eingefunden hat, um die dortige Polizei zu unterstützen. Doch auch sonst ist Boyle ein eher unorthodoxer Gesetzesvertreter: Nicht nur besteht er ungeachtet einer laufenden Fahndung auf seinen freien Tag, den er dann mit zwei Prostituierten verlebt – nein, er erleichtert die Todesopfer eines Verkehrsunfalls auch schon mal um ihre Drogen, um sie dem eigenen Bedarf zuzuführen, und auch seine Frage, ob Geld im Hause eines Mordopfers sei, läßt Schlimmes erahnen.

Dieser Polizist, überaus ambivalent dargestellt von Brendan Gleeson, ist die Hauptfigur des Filmes „The Guard“, mit dem John Michael McDonagh 2011 sein Debüt im abendfüllenden Spielfilm gab. Boyle scheint ein urwüchsiges Produkt des ländlichen Irlands zu sein, verschroben, eigenwillig und bei all seinem Hang zu eher zweifelhaften Vergnügungen doch mit einer Bauernschläue begabt, die man besser nicht unterschätzen sollte. Er macht seine Arbeit effizient, ohne sie jedoch allzu ernst zu nehmen, folgt seinen eigenen Prinzipien und kümmert sich nebenbei rührend um seine todkranke Mutter (Fionnula Flanagan), an der er mit stolzer Liebe hängt. Mit dem neuen, korrekten und übermotivierten Kollegen aus Dublin hat er seine liebe Not, und auch der FBI-Mann wird nicht recht schlau aus ihm, und selbst den Zuschauer, der ihn immer mehr zu begreifen glaubt, stellt er am Ende des Filmes vor ein Rätsel, dessen Antwort man sich wohl erst zu geben traut, lange nachdem die Abschlusscredits vorbei sind.

Wenn „Die Zeit“ anläßlich des Filmes von einem „Fest des schwarzen Humors“ spricht, dann hat sie damit nur teilweise Recht, und das sei denjenigen gesagt, die sich von „The Guard“ ein Feuerwerk an Witzen und Geschmacklosigkeiten erwarten. Denn wer mit diesen Erwartungen an den Film herangeht, der dürfte von ihm enttäuscht werden. Coole Sprüche und übertriebenen Klamauk wird man hier vergeblich suchen. Statt dessen wird dieser Film durchzogen von der Art Humor, die so typisch für die Inseln jenseits des Ärmelkanals und die gleichzeitig so schwer zu verstehen für den Kontinentaleuropäer, den Deutschen allzumal, ist – nämlich jenen feinen, leisen, oftmals staubtrockenen, auf keinen Fall auf die Gesichtszüge überspringenden Witz, der selbst im Angesicht bitterer Schicksalsschläge und blutigen Ernstes noch sein Haupt erhebt und der ein Mittel ist, eine leichte Distanz zwischen das eigene Erleben und das Leben zu schieben. Gibt es für den Deutschen jeweils eine Zeit für den Ernst und den Spaß – ich schreibe bewußt nicht „Witz“ –, so ist der englische bzw. irische Humor allgegenwärtig und eben deshalb schwer zu fassen. Diese Erfahrung muß auch Everett machen, als er beim gemeinsamen Frühstück von Boyle mit der ohne ein Lächeln vorgebrachten Frage überrascht wird: „I thought black people couldn’t ski. Or is that swimming?“ Nur dem sorgfältigen Beobachter und Zuhörer wird klar, daß Boyle seinen Partner hier foppt und daß er dies aus Sympathie tut, wobei er natürlich schon seine Rolle des bornierten, den gängigen Vorstellungen von Wohlverhalten und Effizienz eben nicht entsprechenden Underdogs zelebriert. Auch die Freude am Absurden und Grotesken scheint hin und wieder auf, wie in Boyles Gespräch mit dem IRA-Angehörigen oder der Klage eines der Drogendealer über die Bestechlichkeit der irischen Polizei, die ja wohl für eine hoffnungslos verderbte Gesellschaft spreche.

Eine Komödie ist „The Guard“ deshalb noch lange nicht, denn die Welt bleibt grausam, traurig und sinnlos, und der Humor versöhnt weder noch beschönigt er, und ganz gewiß dient er nicht, à l’américaine, zur Stilisierung eines coolen Helden, sondern er ist ganz einfach eine Form des Umgangs mit all dem kranken Sch**ß, der darum noch lange nicht tatenlos hingenommen wird. Wir lachen hier weitaus weniger, als wir fühlen und nachdenken, und das ist doch mal was.

„The Guard“ besticht auch durch eine Riege guter Schauspieler, eine gehörige Portion Spannung und den gnadenlos guten Soundtrack von Calexico, die für mich zu den ganz Großen der zeitgenössischen Musik gehören. Um nicht doch noch zu viel vom Film zu verraten, halte ich mich jetzt besser zurück und verbleibe mit einer ganz dringenden Empfehlung, sich diesen durch und durch gelungenen Film nicht entgehen zu lassen – und ihn am besten in der Originalsprache zu schauen, denn diese Art von Humor funktioniert nun einmal nur in der Sprache der Kultur, in der er wachsen konnte.

Neben anderen interessanten Extras enthält die DVD auch den Kurzfilm „The Second Death“ von McDonagh, der aus dem Jahre 2000 datiert und der als psychologische und atmosphärisch dichte Rachegeschichte mein altes Poe-Fan-Herz um einiges hat höher schlagen lassen. An dieser Stelle nochmals meinen Dank an Eddie für die Empfehlung!
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am 2. Juni 2014
Der Sergant Gerry Boyle verrichtet im westirischen Galway die Arbeit des Dorfsherifs. Es ist eine ländliche Gegend mit rauen klimatischen Verhältnissen. Das beschauliche Leben endet rasch, als ein bekannter Drogenschmuggler tot aufgefunden wird. Dann verschwindet Boyles neuer junger Kollege spurlos.

Zudem taucht Wendell Everett, ein Spezialist des FBI, in Galway auf und informiert die Gesetzeshüter darüber, das hier ein großer Drogendeal über die Bühne gehen soll. Boyle tut sich mit Everett Anfangs recht schwer und die beiden kommen nur langsam in die Gänge.

Die humorvolle Geschichte wird locker erzählt. Dialoge und schlüssige Handlungen feilen an den Profilen der Protagonisten und erschaffen kauzige Typen. Überraschende Ereignisse sorgen für Aufmerksamkeit. Gut ausgestattete Szenenbilder verwöhnen das Auge und generieren Atmosphäre. Regie und Schauspieler liefern einen kurzweiligen Genrefilm ab.
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am 20. Juli 2013
Ein gekonnt schräger und lustiger Film. Neben der spannenden Geschichte haben mir auch die Schauspieler sehr gut gefallen. Auch das vieles anders ist als es auf den ersten Blick erscheint fand ich gelungen. Anfangs hält der Zuschauer den von Brendan Gleeson grandios gespielten Kleinstadtpolizisten für ein riesen A....Im Laufe des Films wird aber klar das Boyle weder doof noch hinterwäldlerisch ist. Er ist einfach nur schwer auszurechnen und als einziger Polizist nicht bestechlich.

Der Film lebt vom eher trockenen Humor. Die Szenen in denen Boyles keine Antworten gibt, dafür aber einen Gesichtsausdruck zum wegschmeißen macht, fand ich am besten. Wer derbe oder zotige Sprüche erwartet wird aber nicht auf seine Kosten kommen.
Für mich hat dieser Film das gehalten was ich mir von 7Psychos versprochen habe: Gute und vor allem nicht zu flache Unterhaltung. Ich finde der Film hat etwas mehr als vier Sterne verdient.

Bild und Ton der Blu-ray fand ich sehr gut bis gut.
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am 3. Februar 2012
(Kinoversion)

John Michael McDonagh scheint ein talentiertes Kerlchen zu sein. Nach nur einem Kurzfilm liefert der gebürtige Brite mit "The Guard" seinen ersten Langfilm ab, und dieser ist ein kurzweiliges, 96minütiges Vergnügen mit hochkarätigem Cast geworden. Sicherlich ist "The Guard" kein Film, der einem lange im Gedächtnis bleibt und auch der ein oder andere Gag verläuft eher im Sand als dass er einschlägt wie eine Granate, aber Cast & Crew machen "The Guard" dennoch zu prima Komödien-Popcorn-Kino mit schrägem, typisch irischem Einschlag.

Gerry Boyle (Brendan Gleeson, "Brügge sehen...und sterben?") ist ein recht unkonventioneller Polizist der Irish Garda in Galway. Wenn er sich nicht gerade im wöchentlichen Rhythmus von zwei Callgirls in Polizeiuniform verwöhnen lässt, fällt er durch seine recht unorthodoxen Methoden (dem bei einem Autounfall verstorbenen Opfer klaut Boyle z. B. noch schnell das Ecstasy aus der Tasche, um es sich selber einzuwerfen) und sein loses Mundwerk auf und macht sich damit nicht unbedingt nur Freunde in Galway, wie FBI-Agent Wendell Everett (Don Cheadle, "Hotel Ruanda", "Iron Man 2") am eigenen Leib erfahren muss. Der rassistische Ire ("Ich dachte, Schwarze können gar nicht Skilaufen...oder war das Schwimmen?") fällt dem akkuraten, befehlskonformen FBI'ler sehr schnell unangenehm auf, was blöd ist, da die Beiden zusammen einen Drogenschmugglerring dingfest machen sollen. Von den vier Verdächtigen ist einer bereits tot und die restlichen Drei setzen somit alles daran, weder erwischt noch ermordet zu werden. Zwischendrin werden Francis (Liam Cunningham, "Kampf der Titanen"), Clive (Mark Strong, "Sherlock Holmes") und Liam (David Wilmot, "The Tudors") jedoch nicht müde, über Nietzsche und englische Dichter zu philosophieren, bevor sie sich wieder etwas profaneren Dingen wie Mord, Bestechung und Drogendeals zuwenden. Wer letzten Endes als Sieger aus diesem Sumpf aus Rassismus, Bürokratie, Erpressung, Mord, Schmuggel und Aufrichtigkeit hervorgeht, weiß man, wenn der Abspann von "The Guard" über die Leinwand flimmert.

McDonagh hat hier eine herrlich irisch-verschrobene Komödie geschrieben und inszeniert, die gängige Klischees augenzwinkernd und politisch vollkommen unkorrekt persifliert und auf die Spitze treibt. Dazu kommt der Clou, einen irischen und einen amerikanischen Cop als Team agieren zu lassen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Auf der einen Seite der Harvard-Absolvent aus gutem Hause, der eine beachtliche Karriere beim FBI vorweisen kann und sich anscheinend immer an die Regeln von Bürokratie, Gesetz und moralischer Ordnung hält und auf der anderen Seite ein irischer Dorfpolizist mit rassistischen Zügen, der das Recht teilweise recht freizügig und zugunsten seiner eigenen Bequemlichkeit auslegt, auf dem Pfad der Tugend regelmäßig strauchelt und sein Geld darüber hinaus für Nutten aus dem Fenster schmeißt. Wobei hinter Boyles derb-dümmlicher Art immer wieder eine bauernschlaue Intelligenz aufblitzt, die man dem rotgesichtigen irischen Prototyp so gar nicht zutrauen würde. Schnell merkt auch Everett, dass bei Boyle nicht alles so ist, wie es scheint und beginnt, hinter der rauen Schale der irischen Kodderschnauze einen Kerl zu entdecken, der das Herz auf dem rechten Fleck hat, auch wenn er sich das Recht manchmal ein wenig zu sehr zu seinen Gunsten auslegt.

Die Rollen sind durch die Bank weg genau richtig besetzt worden. Der 56jährige Ire Brendan Gleeson ist ein routinierter und erfahrener Mime, der seit über 20 Jahren im Geschäft ist und oft genug bewiesen hat, dass er seinen Beruf versteht. Darüber hinaus passen seine leicht grobschlächtigen Züge, die stramme Statur und die rot-grauen Haare und Augenbrauen perfekt zur dem, was man sich unter einem irischen Urgestein so vorstellt. Auch Don Cheadle zeigt einmal mehr, dass er sich auf nuanciertes Spiel versteht, wenn er zwischen Fassungslosigkeit ob Boyles Dreistigkeit und/oder vermeintlicher Dummheit und gebührendem Respekt gegenüber seinem seltsamen Amtskollegen schwankt. Liam Cunningham gibt einmal mehr den schmierigen Kriminellen, was er immer wieder überzeugend tut und auch Mark Strong scheint ein Faible für Bösewichter zu haben, kann seinem Clive hier aber ein paar herrlich sarkastische Zwischentöne abringen. Und der kleine Michael Og Lane debütiert hier als abgebrühter, aber spitzbübischer Rotzlöffel, der mit allen Wassern gewaschen ist. Dazu gesellen sich wunderbare Bilder der irischen Küste, von grünen Wiesen, rauer See und Irish Pubs mit verheißungsvoll dunkel schimmerndem Guinness und melodischer Schrammelmusik und fertig ist die irische Umgebung, wie man sie sich gemeinhin vorstellt.

Die Story an sich ist simpel und wartet nur mit wenigen Überraschungen auf, man kann dem Handlungsverlauf also ohne Probleme folgen. Der Regisseur hat seinen Fokus aber sowieso weniger auf Spannung als auf Dialogwitz und verschrobene Charaktere gelegt. Und hier kann er definitiv punkten. Zwar sind einige Szenen etwas zu lang geraten, andere muten fast belanglos an, aber McDonaghs Händchen für Wortwitz und gelungene One-Liner überwiegt hier eindeutig. Dies merkt man natürlich am Besten, wenn man sich die irisch-englische Originalversion von "The Guard" ansieht. Wirklich adäquat wird man die Feinheiten, die sich aus der charmant pointierten, melodischen irischen Sprache ergeben, niemals übersetzen können. Ich habe teilweise schon bei der deutsch untertitelten Version mit dem Kopf geschüttelt, weil die Übersetzung es einige Male einfach nicht gut genug getroffen hat. Ergo rate ich zumindest zur OmU-Version, da Irisch einfach eine wunderschöne Sprache ist, die man sich mal zu Gemüte führen sollte und weil der hintersinnige Witz der Story so viel besser rüberkommt.

Alles in allem ist "The Guard" leichte Kost, die, so lange sie läuft, gut unterhält. Kleine Story- und Temposchwächen sind zu verbuchen, die aber von den überwiegend pointierten Dialogen und schrägen Typen, die die Szenerie bevölkern, gut aufgefangen werden. Somit ist "The Guard" sicherlich kein Meilenstein im europäischen Komödiendschungel, aber eine gute Gelegenheit, sich auf humoristische Weise mit der irischen Topographie und den vermeintlich landestypischen Eigenheiten vertraut zu machen. Ergo vier von fünf Pints Guinness, die man ruhig während seiner Dienstzeit trinken kann.
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am 15. März 2016
Rabenschwarzer Humor. Oft derbe. Aber letztendlich doch herzlich, weil der Polizist sein Herz am richtigen Fleck hat. Unterstützt wird er von einem Kollegen aus den U.S.A. , den er zuerst ärgert. Doch schnell raufen die sich zusammen.
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