...irgendwo zwischen Kreuzberg und Neukölln strömt mir aus dem Autoradio, auf Radio 1, dieser Song entgegen. Verdammt, hört sich das gut an. Ich merke mir den Namen Clara Luzia und den Songtitel -Faces-. Später erfahre ich, dass dieser Titel unter Mithilfe von Emma McGlynn fertiggestellt wurde. Der Song ist genau meine Kragenweite, irgendwo zwischen Zero 7, Air und dem Rest der Indieszene mit Sphärenklängen. Also nichts wie ran an das Album -The Ground Below- und reingehört.
Clara Luzia, im "richtigen Leben" Clara Luzia Maria Humpel, ist eine Wiener Songwriterin, die mit -The Ground Below- bereits ihr drittes Album vorlegt und auch als Kopf einer gleichnamigen Band fungiert. Auf ihrem neuen Album zeigt sie eine ordentliche Bandbreite, die von Pop über Rock bis zur Indiemusik reicht.
Der Opener -Queen of the wolves- ist ein fast schon radiotauglicher Popsong, getragen von einem melodischen Rhytmus und Clara Luzias Stimme. Danach folgt -All i wish for- und vermittelt uns den Eindruck, wir würden über einen Jahrmarkt tanzen oder eine Zirkusvorstellung besuchen. -Faces- ist die eindrucksvollste Komposition auf dem Album. Sphärische Klänge, Stimmen, die einen in den Bann ziehen, ein wenig Elektro und jede Menge Experiment. -I found a stone on a wayside- ist ein echter Songwritersong. Der Ballade -These Lines- folgt der klassische Popsong -Old house for sale-. -Two of them- animiert zum Mitsingen, -Headlong- wird von einem starken Rhythmus beherrscht und -Bleed- kommt mit einem starken Choral und einem hämmernden Klavier daher. -Petah Pan- verströmt den Charme einer Elektrohymne und -Here comes- passt sich ein wenig der Jahresezeit an; mit Glockenspiel und allem Drum und Dran wirkt das schon fast weihnachtlich.
Clara Luzias -The Ground Below- ist ganz sicher nicht DAS Singer-Songwriter-Album des Jahres, aber auf jeden Fall ein starkes Stück gut gemachte Musik. Allem voran dieses -Faces-. Also wenn sie das mal im Radio hören...