Für uns beginnt der Tag im Moment etwas zu früh für meinen Geschmack: zwischen 05.30 und 06.00 Uhr klingelt der Biowecker (4) mit den Worten "Ein neuer Tag beginnt, die Sonne scheint!"
Logisch - es ist beinahe Sommer und wie soll er wissen, wie spät es tatsächlich ist. Mein Sohn kann zwar Zahlen lesen und auch den Zahlenwert dahinter erkennen, dies aber auf die Uhrzeit zu transferieren ist noch ein wenig schwer für ihn. Also richtet er sich nach dem Naheliegenden: Hell und Dunkel, Sonne und Mond/ Sterne.
Leider haben wir auch nicht die Möglichkeit, das Kinderzimmer komplett abzudunkeln.
Das hier zum Einsatz kommende System hat er dabei sofort verstanden. Ein schlafender Stern: es ist noch Schlafenszeit: Eine lachende Sonne: Ich darf Mama und Papa wecken. Damit er auch sieht, dass die Zeit vergeht, zählen in Abhängigkeit der voreingestellten Schlafzeiten 12 Sternchen runter, bis die Sonne aufgeht. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine Zeitschaltuhr, sondern um einen Timer mit einem definierten Endzeitpunkt, der die Schlafenszeit in 12 Einheiten teilt:
Lege ich mein Kind um 19.00 Uhr hin, und und programmiere 07.00 Uhr als Aufwachzeit, dann wird pro Stunde 1 Sternchen abgezogen.
Bei einer Stunde Mittagsschlaf steht ein Sternchen dann natürlich für 5 Minuten realer Zeit.
So oder so muss jedem bewusst sein, dass man dies mit dem Kind trainieren muss. Wenn sich der Nachwuchs über Wochen angewöhnt hat, nur mit 9 Stunden Schlaf auszukommen, wird man ihn kaum dazu bewegen, auf einmal 12 Stunden zu schlafen, nur weil jetzt so eine tolle Uhr auf dem Nachttisch steht. Sowas muss man in kleinen Schritten und über mehrere Tage/ Wochen trainieren.
Hier die Pro's und Con's:
+ Auch als Nachtlicht zu verwenden, da wahlweise angenehm dunkel oder recht hell in mehreren Stufen zu dimmen
+ Ansprechendes kindgerechtes Design
+ Durchdachtes, durch das Kind gut verständliches System (Tastensperre ist ebenfalls vorhanden)
+ Gut ablesbares Display
+ Absolut geräuschlos
+ Richtige Uhrzeit ist ebenfalls auf Wunsch einblendbar
+ Eine richtige Weckzeit (mit Beepton) ist auf Wunsch programmierbar
o Tasten und Systemeinstellungen sind nicht selbsterklärend und ein wenig elternunfreundlich. Das Handbuch ist aber sehr gut und ausreichend ausführlich geraten, so dass auch technisch Unversierte damit umgehen können. Wer ein Küchenradio bedienen / programmieren kann, schafft auch das hier. In einer Rezension weiter unten schimpft jemand über die unmögliche Bedienweise - dem ist definitiv nicht so. Ein Blick ins Handbuch hilft!
o Betrieb mit Akku über Nacht mit Aufladefunktion am Tag wäre nett gewesen. Nicht jeder hat eine Steckdose in Reichweite eines Kinderbettes.
o recht hochpreisig. Allerdings handelt es sich hier auch um ein absolutes Nischenprodukt in tadelloser Verarbeitung, das sollte man nicht vergessen. Ich habe hier auch noch einen Wecker mit einem Affen gesehen, der die Augen auf- und zumacht. Da man im Dunkeln aber nicht sieht, was der Affe macht, und das Kind ja eben keine Uhr lesen kann, um festzustellen, dass auch die Zeit vergeht, habe ich mich bewusst dagegen entschieden. Ich wollte mir auch erst die knapp 40 ¤ sparen, indem ich ein Nachtlicht an eine Zeitschaltuhr mit den entsprechenden Zeiten gekoppelt habe. Allerdings bin ich dann mitten in der Nacht mit dem Hinweis geweckt worden: "Papa, die Uhr ist kaputt - das Licht geht nicht an". Also: das Kind muss sehen, dass auch was passiert.
- Kein 24-Stundenmodus an der einblendbaren Uhrzeit. Sowas finde ich einfach nur ärgerlich bei einem ansonsten durchdachten Produkt. Der 24h-Modus ist keine Hardware-, sondern eine Softwareangelegenheit. So ein Feature hätte die Uhr (wenn überhaupt) nur um Bruchteile eines Euros teurer gemacht, was in diesem Preissegment wohl keine Rolle spielt. Somit werde ich dann, sobald mein Sohn die Uhr richtig lesen kann, doch einen neuen Wecker kaufen - warum soll ich dem Kind sofort 3 Zeitsysteme (analog, digital und englisches System) beibringen?
- Der Schlafzyklus muss von Hand gestartet werden, damit die Restzeit berechnet werden kann. Ich hätte es gut gefunden, wenn man eine feste Schlafenszeit programmieren könnte, dann würde das Kind nicht nur sehen, wann es Zeit ist aufzustehen, sondern auch wann es Zeit ist an der Matraze zu horchen. Die meisten Kinder gehen doch sowieso immer um die selbe Zeit ins Bett. Noch besser: das Gerät lässt einem selbst die Wahl. Ebenfalls nur eine Programmierarbeit. Dabei hätte man sich die Funktion Mittagsschlaf aus meiner Sicht sparen können. Wer in der kurzen Zeitspanne auch noch die Uhr im Auge behält, schläft sowieso nicht, und braucht ergo auch keinen Wecker :)
Insgesamt ein rundum gelungenes Produkt mit kleinen Schöneheitsfehlern. Ich würde es allen Eltern empfehlen, die sich regelmäßig morgens um 5 Uhr Lego- und Playmobil-spielend im Kinderzimmer wiederfinden, und die Geduld genug haben, seinem Kind dieses Schlafverhalten abzugewöhnen. Insgesamt 1 Stern Abzug wegen der nachlässig programmierten Software.
Ich wünsche geruhsame Nächte!
Nach etwa 4 Wochen stelle ich ein Update, um zu berichten, ob es geklappt hat.
PS: Heute nacht um 3 bin ich mit den Worten geweckt worden: "Wenn man schläft und die Augen zu hat, wie soll man dann erkennen, dass die Sternchen verschwinden? Ich bleibe besser wach!" Argumente muss man annehmen, wenn sie da sind...