Neues von den brasilianischen Extremholzern Krisiun. Der bei dem starken Vorgänger "Southern Storm" bereits eingeschlagene Weg, etwas öfter mal vom Gaspedal zu gehen, und nicht mehr fast ausschließlich mit Blastbeats zu arbeiten, wird auf "The Great Execution" weiter ausgearbeitet, und steht den Songs extrem gut.
Außerdem fällt auf, dass kein (!!) Song "unter" der 5-Minuten-Marke liegt, was in diesem Genre sehr ungewöhnlich ist. Bereits dieser Umstand lässt vermuten, dass Wert auf Abwechslung gelegt wird. Tja, und die Songs bewegen sich dann auch auf enorm hohen technischen Niveau, durchsetzt von vielen Breaks, die aber nicht wirr zusammen gefügt worden sind, sondern durchaus songdienlich eingesetzt werden. In den Songs wird sehr häufig das Tempo rausgenommen, Gitarrist Moyses Kolesne schüttelt ein irres Riff nach dem anderen aus dem Ärmel, und glänzt mit filigraner Soloarbeit, und über die Fähigkeiten seines Bruders Max am Schlagzeug braucht man ohnehin keine Worte mehr verlieren!
Die vielen Midtempoparts verleihen den Songs ein enormes Volumen, und erinnern teilweise an ältere Slayer oder Sepultura ("Beneath The Remains" Phase).
In wie weit es sinnvoll war, den Ratos De Porao Fronter Joao Gordo bei "Extincao em Massa" teilweise das Mikro zu überlassen, ist wohl Geschmacksache, mich nervt das Gekreische eher, zudem ist dieser Song meiner Meinung nach insgesamt der schwächste der Platte!
Im Gegesatz dazu wirkt der Einsatz der Flamenco-Gitarre gegen Ende von "The Sword Of Orion" recht gelungen. Es bleiben also neun sehr starke Songs, die eine 5er Bewertung rechtfertigen.
Fakt ist, dass jeder, der mit Death-Metal allgemein etwas anfangen kann, hier zuschlagen sollte! Starkes Album, starker Sound, ein Pflichtkauf!