Der Goon ist wieder unterwegs. Er ist riesengroß, hat ein vernarbtes, hässliches Gesicht mit vorstehenden Zähnen und ist alles andere als sympathisch. Doch genau deswegen hat Eric Powell ihn zum Protagonisten seiner blutigen Comic-Reihe gemacht. In "Was ein Elend!", dem zweiten Goon-Band, begegnet man erneut jeder Menge Zombies und anderem Gesocks.
Goon trifft gemeinsam mit seinem Freund und Kumpel Franky auf "Fishy Pete", dem er bereits in "Krudes Zeug" arg zugesetzt hat. Auch zombie-artige Geister machen ihm diesmal zu schaffen. Erst glaubt Goon, er wäre wahnsinnig geworden, doch dann hilft ihm tatsächlich eine Kette aus getrockneten Katzenaugen aus der Patsche. Ekelig sind all die Zombies, die Goons Weg kreuzen und die es auf das Fleisch der Lebenden abgesehen haben. Doch das seltsamste, was ihm bisher begegnete, ist sicherlich der Lebende, der das Fleisch der Toten isst. Und natürlich ist da immer noch der Zombie-Priester, der die Monster erst erschafft, die unserem unfreundlichen Helden das Leben schwer machen. Dagegen machen sich die zwei Harpien, die sich während einer Zaubervorführung ihr lebendes Futter suchen eher harmlos aus. Ein besonderes Schmanckerl sind die Werbeanzeigen, die sich ganzseitig an den unmöglichsten Stellen im Comic befinden. Ob der nukleare Superheld, der Menschenkopf zum aufsägen oder die übersinnliche Robbe, absurder geht es kaum.
Eric Powells Goon ist alles andere als ein typischer Held und ebenso verhält es sich mit den Geschichten, die er erzählt. Sind politisch absolut unkorrekt und ekelig, dabei aber absolut unterhaltsam. Powell bringt seine Leser an Stellen zum lachen, an denen man sich fragt, ob das nun noch ok ist oder ab man sich dafür "so etwas" lustig zu finden, nicht schämen sollte. Aber letztendlich ist doch alles nur eine Frage des schlechten Geschmacks und davon bekommt man hier reichlich geboten.
"The Goon" ist nichts für schwache Nerven, nicht umsonst ist der Comic mit einer Altersempfehlung von sechzehn Jahren versehen. Aber wer gezeichneten Splatter und jede Menge humorvolle, gut gemachte, aber trotzdem bewusst trashige Unterhaltung mag, kann hier bedenkenlos zugreifen.