Aus der Amazon.de-Redaktion
Wenn Neil Jordan so richtig in Form ist -- und das trifft bei
The Good Thief ohne Zweifel zu -- dann kann man nicht umhin, seine inszenatorischen Fähigkeiten staunend zu bewundern. Wie
Mona Lisa oder
The Crying Game ist auch
The Good Thief ein Film, der von der Tiefgründigkeit seiner Figuren lebt. Der elegante, weitestgehend unterschätze Film, der dem Genre des "Caper Movies" verhaftet ist, überzeugt durch seinen filmischen Einfallsreichtum und nicht zuletzt durch Jordans unvergleichliches Geschick für geistreiche Dialoge und eine auf Nick Nolte zugeschneiderte Rolle. Egal wie man das nun bewerten mag, Noltes Erfahrung im Umgang mit Drogen hat ihm sichtlich bei der Darstellung des heroinsüchtigen Rekonvaleszenten und Meisterdiebs Bob Montagnet geholfen.
An der von ihm so sehr geliebten französischen Riviera nimmt sein Glück einige überraschende Wendungen. Die elegant gestrickte Handlung erinnert vage an den französischen Klassiker Drei Uhr nachts und entwickelt sich unter Jordans Regie, wie es ein Kritiker bezeichnete, zu einem Ocean's Eleven mit Tiefgang. Sie dreht sich um einen unüberwindbaren Tresorraum, vollgestopft mit unschätzbar wertvollen Kunstwerken, eine gerettete russische Prostituierte, einen zusammengewürfelten Haufen exzentrischer Komplizen und um ein Pokerspiel in Monte Carlo, in dem es um hohe Einsätze geht. Nolte ist in diesem Milieu genau am richtigen Platz und die Kombination von Regisseur Neil Jordan und seinem Kameramann Chris Menges machen The Good Thief von vorne bis hinten zu einem einzigen Vergnügen. --Jeff Shannon
Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Eine Verwöhn-Optik und ein grundsolider deutscher Ton, Warum der Originalton nur in 2.0 vorliegt, konnten wir noch nicht klären, ist aber enttäuschend. Die Extras enthalten u.a. entfallene Szenen. Wer noch einmal in Großaufnahme sehen möchte, wie Nolte sich einen Schuß setzt, kann hier auf seine Kosten kommen. Neil Jordans Film ist eigentlich nicht sonderlich ungewöhnlich. Die Story eines Einbruches und Gemälde-Diebstahls schein wenig originell. Aber die Umsetzung ist stilsicher, figurbezogen und wartet mit einigen dramatischen Überraschungen auf. Jordan liebt seine Charatere und läßt sie sich glaubwürdig entwickeln. Das ist seine Note, das macht Jordan-Filme immer zu kleinen Festen. Sehenswert
Bild: Die Optik wartet mit Verwöhnwerten auf. Bei straffem Kontrast entfaltet das Bild eine griffige Performance, dunkle Szenen versinken nie im Gräulichen und die Schärfe bleibt immer tief, so daß man etwa die Spielkarten beim Black Jack klar erkennen kann (01:27:20) (ein Gruß an alle Black Jack-Dealer in Deutschland, besonders an Carina Tokaji, Casino Potsdam). Auch bei Handkameraeinsatz (00:51:40) bleibt das Bild stabil und die Farben sind stimmungsvoll, wie in der Kinoauswertung.
Ton: Der 5.1-Ton ist wenig verspielt, aber stimmungsschaffend. Er hantiert nuanciert mit der Musik und liefert eine atmosphärische Ambienz. Die Stimmen sind klar und obertonreich. Thomas Danneberg, der auch gerne Stalone seine Stimme leiht, gibt Herrn Nick nolte mit besonders viel Rauheit in der Stimme und das bringt die Disc gut herüber. In der Kulisse könnte noch etwas mehr Feinsinn walten, insgesamt, aber erfreulich. Leider liegt der englische Ton nur in 2.0-Sound vor...Warum? --movieman.de
VideoMarkt
Bob Montagnet ist ein Gentleman-Gauner wie er im Buche steht. Doch die guten Zeiten sind für ihn längst vorbei. Jetzt treibt sich der passionierte Spieler mit Vorliebe für Kunst und Rennpferde nur noch in den zwielichtigen Spelunken von Nizza herum. Da schlägt ihm ein alter Vertrauter einen spektakulären Coup vor. Bob soll als Kopf eines bunt zusammengewürfelten Teams das Casino von Monte Carlo um seine Kunstsammlung erleichtern. Diese einmalige Chance lässt sich Bob natürlich nicht entgehen.
Video.de
Mit diesem furiosen Remake des Noir-Klassikers "Drei Uhr nachts" von Jean-Pierre Melville aus dem Jahre 1955 findet Oscar-Preisträger Neil Jordan ("The Crying Game") wieder zu alter Stärke zurück. Sein atmosphärisch dichtes, mit vielen überraschenden Wendungen aufwartendes "heist movie" profitiert vom exzellenten Spiel Nick Noltes, der der Titelrolle seinen unnachahmlichen Stempel aufdrückt. Für Genre-Freunde ist diese raffiniert-elegante europäische Antwort auf "Ocean's Eleven" ein absoluter Hochgenuss.
Blickpunkt:
1955 gab der französische Genrespezialist Jean-Pierre Melville mit seinem atmosphärischen Frühthriller 'Drei Uhr nachts' einen ersten Vorgeschmack auf die Nouvelle Vague. Deren stilistische Freiheiten und Spielereien bilden wiederum die Grundlage für Neil Jordans furioses Remake des Melville-Stoffes über einen abgehalfterten Spieler und Gauner, der eigentlich down and out ist, aber in diesem clever-lässigen Heist-Krimi eine letzte Chance auf Absolution für alle Sünden und Fehler erhält.[BR][BR]Nicht ein Ton von Jazzlegende Chet Baker ist über 109 Minuten Lauflänge zu hören. Er spielt keine Rolle in der Geschichte, noch nicht einmal sein Name wird genannt. Und doch ist Neil Jordans eindringliche Charakterstudie im Genrekostüm beseelt vom Geist des begnadeten Trompeters, der sich auf den losen, lässig-jazzigen Rhythmus der Erzählung ebenso niederschlägt wie auf Nick Noltes Darstellung des titelgebenden Bob Montagnet: ein abgebrannter amerikanischer Spieler und Gelegenheitsdieb mit der Raspelstimme von Tom Waits, der heroinabhängig, müde und abgewrackt in Frankreich gestrandet ist und sich mehr schlecht als recht durch die verrauchten Clubs und Kaschemmen an der Côte d'Azur schlägt. Für Bob bietet sich eine letzte Chance, als ihm ein alter Vertrauter einen unwiderstehlichen Coup anbietet, der Bob wieder auf die Beine helfen könnte. Er soll den Diebstahl der Kunstsammlung des Casinos von Monte Carlo orchestrieren. [BR]Dass in Krimis wie diesem alles anders kommen muss, als man denkt, gehört zum Spiel. Aber wie Jordan dieses Diktum auf denkbar eigenwillige Weise mit immer neuen Haken und Variationen durchbuchstabiert, ist erfrischend wie kein Film des Iren seit 'Crying Game'. Dass gerade die scheinbar abgeschmacktesten Genrestoffe in den letzten Jahren immer wieder Grundlage für tollstes Kino waren, hat nicht zuletzt Steven Soderbergh mit seiner Crime-Trilogie 'Out of Sight', 'The Limey' und 'Ocean's Eleven' bewiesen. [BR]'The Good Thief' profitiert ganz unglaublich davon, dass Neil Jordan wieder zu lange vermisster Höchstform aufläuft. Die Handlung hält er spannend und unberechenbar, indem er Bobs Schicksal und Gelingen des Heists ganz eng mit dessen Persönlichkeit verknüpft, die sich wiederum im zweifelhaften Riviera-Kaschemmen-Milieu widerspiegelt. Alles nur Kopien, Finten, Tricks und doppelter Boden - diese Vorlage verdichtet Jordan zum Thema seines Films: Wenn 'Black Is Black' zu hören ist, dann als Coverversion von Jimi Hendrix; als eine Gitarrensolo-Version des 'Star-Spangled Banner' ertönt, stammt sie nicht wie erwartet von Jimi Hendrix, sondern von Emir Kusturica in einem bizarren Cameo; der Muskelprotz unter den Einbrechern ist eine Heulsuse; der engste Vertraute spielt auf eigene Rechnung; ein unscheinbarer Hotel-Angestellter hat einen Zwilling. Und um das Doppelspiel bis zuletzt durchzuhalten, findet auch der Heist woanders statt als zunächst angenommen. Und Nolte macht als Mastermind gar nicht mit, weil er im Casino gerade die Glückssträhne seines Lebens hat. Bei Melville stürzt der Held am Ende. Bei Jordan lacht ihm die südfranzösische Sonne, das Mädchen im Arm, ins Gesicht. So sehr mag er seinen Bob. Und anders soll und darf es auch nicht sein. ts.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Remake des Cine-Noir-Klassikers "Bob Le Flambeur" über einen drogenabhängigen Glücksspieler, der seinen größten Coup im Casino von Monte Carlo plant.
Kurzbeschreibung
Bob Montagnet ist eine Spielernatur, er hat eine Vorliebe für Kunst und Rennpferde und er ist ein Gauner. Vom Glück und immer mehr von allen guten Geistern verlassen, hat es ihn nach Südfrankreich verschlagen, wo er sich in der Halbwelf von Nizza ziellos in zwiellicht Bars und stickigen Hinterzimmern herumtreibt. Ein letzter großer Coup soll die Wende bringen. Mit seinem Freund Raoul und dem Hacker Vladimir stellt er ein Team zusammen, mit dem er den legendären Kasino-Safe von Monte Carlo knacken will - jedoch nur als Ablenkungsmanöver für einen noch viel verwegeneren Raubzug...
Produktbeschreibungen
Bob Montagnet ist eine Spielernatur, er hat eine Vorliebe für Kunst und Rennpferde und er ist ein Gauner. Vom Glück und immer mehr von allen guten Geistern verlassen, hat es ihn nach Südfrankreich verschlagen, wo er sich in der Halbwelt von Nizza ziellos in zwielichtigen Bars und stickigen Hinterzimmern herumtreibt. Ein letzter großer Coup soll die Wende bringen. Mit seinem Freund Raoul und dem Hacker Vladimir stellt er ein Team zusammen, mit dem er den legendären Kasino-Safe von Monte Carlo knacken will - jedoch nur als Ablenkungsmanöver für einen noch viel verwegeneren Raubzug...