Zuerst einmal: Ja. Die Atmosphäre in "The Good German" ist dem Film Noir und dem berühmtesten davon - "Casablanca" - absichtlich nachempfunden. Ganz am Schluss wird das besonders deutlich, wenn Cate Blanchett mit heruntergezogenem Hut genau wie damals Ingrid Bergmann in die Maschine steigt, es ist fast das gleiche Szenenbild wie in Casablanca mit Bogey.
Aber: Die Aussage von "The Good German" ist weitaus anspruchsvoller und verstörender: Zum einen ist da die Zerstörung jeglicher Moral in den Menschen, die nach dem Krieg die Gesllschaft zersetzte. Sehr mutig und geradezu unamerikanisch ist aber die andere Aussage,die Produzent Clooney hier machte: Weder die Amerikaner, noch die Sowjets strebten nach dem Zweiten Weltkrieg wirklich den Weltfrieden an! Sie wollten die Wissenschaftler haben, die ihnen halfen, effektivere Waffen zu bauen. Das Schicksal einzelner und auch nicht die Greueltaten an Tausenden von Juden taten dabei nichts zur Sache. Der Film macht eines überdeutlich: Am Ende eines Krieges haben alle ihre Unschuld verloren, jeder denkt nur an sich, daran, dass er überlebt. Eine kalte, unbarmherzige Wirklichkeit, die der Krieg da geschaffen hat.
Die Besetzung ist natürlich top. Aber Tobey Macguire spielt eine fiese, kleine Ratte und selbst Cate Blanchett ist ein schrecklich eiskalter Engel. Erträglich ist dieser Film voller Antihelden nur durch die Figur des Kriegsreporters, gespielt von George Clooney, weil wenigstens er nach der Wahrheit sucht und noch an die Liebe glaubt. Zumindest bis zum Schluss, als Cate Blanchett ihm die letzte Illusion über sich raubt ...
Trotzdem sehenswert!