In Deutschland wurde Alma Cogan erst gegen 1964 bekannt, als sie anfing, in deutscher Sprache aufzunehmen. Doch in Großbritannien - eigentlich im ganzen Commonwealth - war sie jedoch schon seit 1952 ein Riesenstar. Petula Clark, Winifred Atwell, Vera Lynn und Alma Cogan - das waren die großen britischen Diseusen der 50er Jahre.
Alma besaß eine einprägsame Stimme, die sanfte Liebeslieder ebenso zart hervorhauchen konnte, wie sie große Balladen regelrecht schmettern konnte. Und genauso gemischt war auch ihr Repertoire: Ernstgemeinte Liebeslieder wie "Little things mean a lot" begeisterten das britische Publikum nicht minder als die so genannten tongue-in-cheek novelites: heitere, entspannte Melodien mit kecken Texten wie "I can't tell a waltz from a tango" oder "Never do a tango with an eskimo".
Alma Cogan war bekannt dafür, dass sie stets mit der Zeit ging. Als der Rock 'n' Roll und schließlich der Beat das Kommando über die populäre Musik übernahmen, verschwanden viele Altstars in der Versenkung - Alma hingegen sprang auf den Zug auf, und das mit Erfolg. Sie war weiterhin in den Charts vertreten, was nicht zuletzt auch an ihrer engen Freundschaft mit den Beatles lag. Die wahre Legende weiß zu berichten, dass Paul McCartney den wohl berühmtesten Popsong aller Zeiten, "Yesterday", in großen Teilen an Almas Flügel in deren Privatwohnung schrieb. Natürlich nahm sie den Song auch selbst auf; heraus kam eine der schönsten Coverversionen überhaupt. Leider konnte sie den eingeschlagenen Pfad nicht lange weitergehen - sie starb am 26. Oktober 1966 im Alter von nur 34 Jahren an Krebs.
Die 4-CD-Box "The girl with a laugh in her voice" bringt neben den vier Studioalben, die sie aufgenommen hat, sämtliche wichtigen Single-Hits aus Großbritannien sowie bislang unveröffentlichtes Material, einige ihrer deutsch- bzw. italienischsprachigen Erfolge und ihre einzige japanische Aufnahme "Itte kudes". Das Songmaterial überzeugt durch seine große Vielfalt und vor allem durch Almas Gesang. Besonders ihre Beatles-Interpretationen sind mitunter ungewöhnlich ("Eight days a week" als Big Band-Nummer ist traumhaft) oder schlichtweg besser als die Originale; hier sei besonders ihre mitreißende Version von "Help" hervorgehoben.
Sämtliche Songs wurden perfekt digital remastered; auch an den ältesten Aufnahmen von 1952 gibt es nichts auszusetzen. "The girl with a laugh in a voice" ist eine perfekte Hommage an eine großartige Lady, deren atemberaubende Stimme leider viel zu früh für immer verstummt ist.