Dieser durch und durch dystopische Soundtrack ist ein Geniestreich sondersgleichen !
Düster, bedrohlich, abgrundtief pessimistisch und bitter.
Zwischendrin gibt es zwar winzige, kleine Hoffnungsschimmer,
die wie kurze Sonnenstrahlen sich wärmend ins Ohr ergiessen,
aber am Ende steht die Erkenntnis:
Hier kommt keiner ohne bleibenden Schaden heraus!
Trent Reznor und Atticus Ross schaffen hier Klangwelten, die exakt den kehlezuschnürenden Terror der Romanvorlage in
eine monochrome Zittermusik packen, die man besser keinem Suizidgefährdetem zumutet.
Bittersüsse Klaviermelodien, getragen, schwer, schleppend und manchmal auch schräg, Moll
wohin man hört. Mal gewaltig, mal still und voller verletzter Zurückhaltung.
Ätherische Streicherflächen die uns in unsicherer Melancholie wiegen.
Mit der Gruppe NINE INCH NAILS hat Reznor schon seit Jahren bemerkenswert kaputte und rührend - traurige,
ernste Musik geschaffen. Hier jedoch zeigt der Meister sein wahres Format und demonstriert, wie anstregend - wohlklingend
die Reisen in die zivilisatorischen Niederungen der Bestie Mensch sein können.
Ein verfallsästhetischer Genuss sondersgleichen,facettenreich, detailverspielt, stimmungsvoll und kreativ.
Der geniale David Fincher findet in Trent Reznor einen kongenialen Komponisten,
der die beklemmenden Visionen seiner Filme adäquat begleitet.
So treffen den Zuschauer die Bilder mit einer Wucht, die nackte Angst erzeugt.
Gepaart mit den beeindruckenden Romanen von Stieg Larsson betritt man hier eine Welt des Horrors,
wie sie relistischer und abstossender nicht sein kann.
Karl Käfer hat es geschrieben: Hier wird musikalisches Neuland betreten.
Ähnliches kenne ich nur von Dead can Dance oder In the Nursery.
Brutal schön und nichts für schwache Nerven oder labile Zeitgenossen !
Ein einziger literarischer, cineastischer und musikalischer Horrortrip,
ein fieser Tritt in den naiven Hintern, der uns zeigt, wie erbarmungslos der Mensch sein kann.
Unbeding anhören !
Roy Batty