Wenn man an afrikanisch angehauchte Filmmusik denkt, kommen einem schnell Hans Zimmers Kompositionen zu LION KING oder PRINCE OF EGYPT in den Sinn. Zimmer verwendet hierbei vor allem afrikanische Chöre sowei oftmals auch Schlagzeug. Dass es auch anders geht beweißt Altmeister Jerry Goldsmith [THE OMEN, STAR TREK I, V, VII & VIII, POLTERGEIST, LEGENDE (die europäische Version) etc. ] Er begegnet dem dunklen Kontinent mit einem großen Orchester von Chören begleitet und mit vielerlei ethnischen Instrumenten (Buschtrommel usw.) unterstützt, was den eher mittelmäßigen Film dann doch noch zu einem Erlebnis macht. Das Hauptthema weiß es auf eine wunderbar altmodische Weise die Erhabenheit des wilden Erdteils zu beschreiben. Die Musik zu den Löwenangriffen ist atmosphärisch dicht und dramatisch zugleich, übertreibt dabei jedoch nie. Auch wenn es sich hier nicht um eines von Goldsmiths' ganz großen Werken handelt, zeigt er doch, dass er immernoch zu den ganz großen seiner Branche gehört. Gerade weil er heute in einer kleinen Formkrise zu stecken scheint ist die Musik zu DER GEIST UND DIE DUNKELHEIT (deutscher Titel) ein wunderbarer Beweis, dass er in den 90er Jahren herausragende Arbeiten verfasst hat und sein melodisches Gefühl ihn (fast) nie im Stich lässt. Leider hat die CD zu weing von seiner Musik zu bieten (knapp 40 min.), sondern noch ein paar Einspielungen afrikanischen Liedguts, welche zwar gut in das Gesamtbild passen, dem Score jedoch unnötig Platz wegnehmen (Das kostet einen Stern). Ansonsten kann man Freunden breit angelegter orchestraler Filmmusiken nur empfelen diese CD zu erwerben, zumal sie wegen des mäßigen Erfolges des Films wohl nicht mehr lang erhältlich sein wird.