Genau 300 Jahre nach Händels Ankunft in England und nach ausgiebigen wissenschaftlichen Ausflügen in das Londoner Leben der Barockzeit, entschied sich Stefan Temmingh, seine neue CD der Händel-Begeisterung höherer britischer Kreise im 18. Jahrhundert zu widmen.
Wer als Gentleman gelten wollte, beherrschte das Spiel der Blockflöte. Wohingegen das Cembalo eher ein Instrument der Damenwelt war. Was für wunderbare Möglichkeiten der Interaktion ergaben sich hieraus!
Die Arien der jeweils neuesten Händel-Oper waren geradezu Pop-Hits, die in allen erdenklichen Bearbeitungen nachgespielt wurden. Die Ansprüche an die instrumentale Virtuosität waren dabei erstaunlich - und noch heute wird dem Blockflötenspieler alles abverlangt, um diese Stücke adäquat aufzuführen.
Nach dem Vorbild englischer Musik-Salons versammelte Stefan Temmingh Musikerfreunde und -kollegen um sich, um der Blockflöte dieses reizvolle Repertoire zurückzugeben. Und sie folgten ihm mit Freude auf diese Reise ins barocke London, einer Stadt im Händel-Fieber.
Die Ergebnisse dieser fruchtbaren Zusammenarbeit sind nun auf Temminghs zweiter CD nach den wunderbaren Flötensonaten Arcangelo Corellis (ebenfalls bei OEHMS) versammelt. Eine Blütenleese Händel'scher Opernauszüge gesetzt für kleines Ensemble.
Hörenswert und voller Überraschungen!