Wenn Alan Nemtheanga in seinen lyrischen Visionen das „End Of All Times" verkündet,
dann ist es nicht die Apokalypse im christlichen Verständnis, die er dem Teufel gleich an die
Wand malt. Es ist die Perspektive eines stolzen heidnischen Künstlers, der aus mannigfaltigen
Beobachtungen von Menschen und sozialen Mechanismen seine Schlüsse zieht. „The
Gathering Wilderness" ist wirklichkeitsnäher, als es bislang je ein Primordial Werk war, und
doch verzichtet es nicht auf historische Komponenten. Wenngleich der Sound bewusst roher
und basischer gestaltet wurde, und direkt in der ersten der sieben angebotenen musikalischen
Sünden Bathory-Chöre erklingen, ist ein Stück wie „The Coffin Ships" mitnichten eine
inhaltliche Anbiederung an abgedroschenen Viking-Standards, sondern einer der vielen engen
Bezüge zur eigenen, irischen Geschichte. Keine nordischen Totenschiffe, sondern die heillos
überladenen Kähne irischer Emigranten, die während der Überfahrt ins vermeintlich gelobte
Amerika vor mehreren Generationen wie die Fliegen starben führen die menschliche
Endlichkeit vor. Ein Meisterwerk.