Aus der Amazon.de-Redaktion
Ein furchtbares Unglück, das einem jungen Pärchen das Leben kostet, führt in der Nähe der britischen Kleinstadt Glastonbury zur Ausgrabung einer uralten katholischen Kirche. Kernstück des sensationellen Fundes ist ein Fresko. Es zeigt die Kreuzigung Christi aus einer völlig neuen Perspektive. Statt des Antlitzes Jesu sieht man nur die finsteren Gesichter der Schaulustigen. Als kurze Zeit später die amerikanische Touristin Cassie (Christina Ricci) von einem Auto angefahren wird und in der ländlichen Gegend festsitzt, begegnen ihr immer wieder die gleichen Angst einflößenden Gestalten. Halluziniert sie? Oder gibt es eine Verbindung zwischen Cassie und der Ausgrabung?
Das Drehbuch des britischen Vielschreibers Anthony Horowitz ist im Kern an einem Mythos interessiert, der, wie so oft in vergleichbaren Filmen des Horrorgenres, seinen Ursprung in der Bibel hat. Angelehnt an die Figur des Ahasverus, geht es um eine Gruppe Schaulustiger, die vor gut 2.000 Jahren die Kreuzigung Christi begafft hat. Dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln, müssen die Bedauernswürdigen das immer währende Leid der Menschen begleiten. Es geht also um Voyeurismus und die Lust am Leid der anderen.
Dass diese durchaus spannende Prämisse im Film keine adäquate Umsetzung erfährt, liegt zum einen an den konstruiert wirkenden Figurenkonstellationen, zum anderen an der wenig inspirierenden Inszenierung von Regisseur Brian Gilbert. Anstatt die Kernfrage des Films ernst zu nehmen, flüchtet man sich in Klischees, ergeht sich in Betroffenheitsgesten und kratzt gerade mal an der Oberfläche. Im Vergleich zu anderen Filmen des Subgenres bleibt The Gathering Mittelmaß, durchaus unterhaltsam, aber nicht wirklich überzeugend. --Thomas Reuthebuch
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Bild: Die einzigen Artefakte, die auftreten, sind Mattscheibeneffekte bei Kameraschwenks (00.08.44, Schwenk an Kirche), ansonsten bleibt das Bild immer stabil ( 00.04.00, Flug über Landschaft) und auch helle Motive vor schwarzem Hintergrund führen zu keinerlei Bildfehlern (00.02.15, Blondine vor Nachthimmel). Die Schärfe entwickelt eine gute Detailzeichnung, die Gesichter bis in die Halbtotale fast mimiktreu abbildet.
Ton: Das Klangbild ist sehr effektreich und von enormer direktionaler Dichte. Der Wind in den Gassen des kleinen Dorfes etwa klingt ganz wunderbar atmosphärisch (00.21.05). Die Ambienz wird immer mit feinsinniger Direktionalität gezeichnet (00.31.19, Wochenmarkt). Die Stimmen sind vorbildlich in das Klanggeschehen integriert und immer umgebungsangepaßt. Die Musik von Anne Dudley ist greifbar und lebendig in das Sounddesign eingebettet. Ausgezeichnet. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Menschen fürchten schwarze Katzen, angelehnte Leitern und Freitage, die auf einen 13. fallen. Trotz Aufklärung und modernster Wissenschaft haben Omen immer (noch) Konjunktur. Mit ganz besonderen Unglücksboten beschäftigt sich nun Brian Gilbert, der, sattelfest in allen Genres, bereits so unterschiedliche Filme wie 'Nicht ohne meine Tochter' und 'Ich bin du' inszenierte. Als Protagonistin seines Mystery-Horrors im Stile von Robin Hardys Gattungs-Klassiker 'The Wicker Man' (1973) verpflichtete er Indie-Queen Christina Ricci, die schon in 'Sleepy Hollow' und 'Die Prophezeiung' Erfahrungen mit dem Übersinnlichen sammeln durfte. Sie spielt die US-Weltenbummlerin Cassie, die nach einem Autounfall plötzlich unter merkwürdigen Halluzinationen leidet. Die junge Frau glaubt, die selben Personen, die auf einem Halbrelief in einer kürzlich erst entdeckten, urkatholischen Kirche abgebildet sind, in dem verschlafenen englischen Städtchen Ashby Wake auf der Straße wieder zu erkennen. Da ergeben Nachforschungen, dass eben jene Personen bisher jeder großen Katastrophe der Weltgeschichte beigewohnt haben.
Jahre lang ging Autor Anthony Horowitz ('Die Malteser des Falken') mit der Idee zu einem Horrorfilm hausieren, der die ewige Sensationslüsternheit der Menschen thematisiert. Über 300 Skript-Entwürfe und zahlreiche gescheiterte Produktionsdeals später trauten sich endlich Granada Film und Samuelson Productions ('Arlington Road') an die Umsetzung des ungewöhnlichen Stoffs. Neben Gilbert und Ricci verpflichtete man mit Stephen Dillane ('The Hours') und Kerry Fox ('Intimacy') solide Nebendarsteller für das beklemmende Ratespiel. Subtiler Horror statt spektakulärer Effekte, kluger Schauer statt schriller Schock, so lässt sich Gilberts Stil am besten beschreiben, der mit viel Gespür für Atmosphäre und menschliche Urängste ein stimmiges Bild nahenden Grauens zu erzeugen versteht. Zwischen den modernen, wohl überlegten Bildern wiederum, im Kopf des Zuschauers, spielt sich der wahre Horror ab, was auch zur Folge haben dürfte, dass sich eher Cineasten und Genre-Liebhaber als Splatter- und Slasher-Fans für diesen ungewöhnlichen Nervenkitzel interessieren werden. geh.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Ein furchtbares Unglück, das einem jungen Pärchen das Leben kostet, führt in der Nähe der britischen Kleinstadt Glastonbury zur Ausgrabung einer uralten, aus dem ersten Jahrhundert nach Christus datierenden katholischen Kirche. Kernstück des sensationellen Fundes ist ein Fresko, das die Kreuzigung Christi aus einer völlig neuen Perspektive zeigt: Statt des Antlitzes Jesu sieht man nur die finsteren Gesichter all jener, die der grausamen Hinrichtung beigewohnt haben. Im Zuge der Ermittlungen wird allmählich klar, dass dieselben unheilvollen Gestalten sich innerhalb der nächsten zwei Jahrtausende scheinbar immer wieder an allen möglichen Stätten schlimmster Katastrophen einfanden. Und genau diese Gesichter erkennt auch - als Einzige - die amerikanische Touristin Cassie überall an jenem ländlichen Ort, in dessen Nähe sie sich gerade von einem schrecklichen Autounfall erholt...
Produktbeschreibungen
Bei seinen Nachforschungen macht Priester Luke Fraser eine schaurige Entdeckung: Anscheinend fanden sich genau dieselben unheilvollen Gestalten in den folgenden Jahrhunderten immer wieder an den Schauplätzen menschlicher Katastrophen ein. Hinweise dafür findet der Priester auf zahlreichen historischen Gemälden.
Warnen die unseligen Gesichter auf der heiligen Abbildung in Glastonbury nun vor einer neuen Katastrophe? Es scheint fast so. Immerhin macht auch die amerikanische Touristin Cassie nach einem furchtbaren Autounfall in Glastonbury ihre ganz persönliche Erfahrung mit den grausigen Unbekannten. Doch nicht auf sakralen Bildern, überall in dem Ort erscheinen dem Mädchen die untoten Unglücksboten. Sie sind real - und scheinen Cassie auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Halluziniert Cassie? Leidet sie unter den Folgen ihres Unfalls? Oder versammeln sich die düsteren Fremden wirklich, um stumme Zeugen eines herannahenden Unheils