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Produktinformation
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Ein furchtbares Unglück, das einem jungen Pärchen das Leben kostet, führt in der Nähe der britischen Kleinstadt Glastonbury zur Ausgrabung einer uralten katholischen Kirche. Kernstück des sensationellen Fundes ist ein Fresko. Es zeigt die Kreuzigung Christi aus einer völlig neuen Perspektive. Statt des Antlitzes Jesu sieht man nur die finsteren Gesichter der Schaulustigen. Als kurze Zeit später die amerikanische Touristin Cassie (Christina Ricci) von einem Auto angefahren wird und in der ländlichen Gegend festsitzt, begegnen ihr immer wieder die gleichen Angst einflößenden Gestalten. Halluziniert sie? Oder gibt es eine Verbindung zwischen Cassie und der Ausgrabung?
Das Drehbuch des britischen Vielschreibers Anthony Horowitz ist im Kern an einem Mythos interessiert, der, wie so oft in vergleichbaren Filmen des Horrorgenres, seinen Ursprung in der Bibel hat. Angelehnt an die Figur des Ahasverus, geht es um eine Gruppe Schaulustiger, die vor gut 2.000 Jahren die Kreuzigung Christi begafft hat. Dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln, müssen die Bedauernswürdigen das immer währende Leid der Menschen begleiten. Es geht also um Voyeurismus und die Lust am Leid der anderen.
Dass diese durchaus spannende Prämisse im Film keine adäquate Umsetzung erfährt, liegt zum einen an den konstruiert wirkenden Figurenkonstellationen, zum anderen an der wenig inspirierenden Inszenierung von Regisseur Brian Gilbert. Anstatt die Kernfrage des Films ernst zu nehmen, flüchtet man sich in Klischees, ergeht sich in Betroffenheitsgesten und kratzt gerade mal an der Oberfläche. Im Vergleich zu anderen Filmen des Subgenres bleibt The Gathering Mittelmaß, durchaus unterhaltsam, aber nicht wirklich überzeugend. --Thomas Reuthebuch
„The Gathering" gehört trotz kleiner Schwächen zur besseren Sorte Horrorfilme. Er ist kein blutiger, lauter Splash-Film, sondern spielt mit leisen Tönen.
Er hat ein originelles Thema, vermischt klassische Elemente der „gothic novel" (unheimliches Kirchengewölbe + Altarrelief, ein alter Landsitz, heulender Kettenhund, Visionen) geschickt mit modernen Elementen (Autobahnunfall, Rockkonzert und Jahrmarkt als Schaubühne, Amoklauf).
Der ruhige, aber stetige Spannungsaufbau - das stets fühlbare, lineare Zusteuern auf die Katastrophe, die bis zum Schluss für den Leser dennoch kaum voraussehbar ist - die schweigsamen, unheimlichen Gestalten - die zahlreichen verblüffenden Wendungen - die schön fotografierte, doch brüchige Dorfidylle... alles das verdichtet sich zu einem spannenden Film mit einem überraschenden Ende.
Dabei sieht man auch über gelegentliche logische Brüche oder zu knapp dargestellte Motive der Personen hinweg. Auch die ständigen blitzlichtartigen Visionen sind etwas zu schrill und blutig; da hätte etwas mehr Abstand zur Tradition gut getan. Aber insgesamt gesehen bleibt das Gefühl, einen guten Film gesehen zu haben, der zudem nicht in die Länge gezogen wird, sondern ein ideales Erzähltempo aufweist. Dem gelegentlichen Vorwurf, das originelle Thema der Sensationshascherei werde hier verschenkt und nur oberflächlich behandelt, entgegne ich: Dieser Film will klassisch und gut unterhalten und keine tiefschürfende Dokumentation sein.
Zur DVD:
Die zusätzlichen Features fallen sehr spärlich aus (ca. 15 Min.). Damit kann ich zwar gut leben, weil ich nicht zu jedem Film bombastische 3 Stunden Zusatzmaterial brauche.
Aber die Interviews mit der „gesamten" (?) Cast und Crew - wohl kaum, es werden nur die beiden Hauptdarsteller befragt - sind schlichtweg schlecht. Lieblos und hastig zusammengestückelt, nichts Erhellendes, die üblichen Lobhudeleien über Schauspieler und Regisseure und viele, unglaubliche Banalitäten („Jeder Film ist eine Herausforderung"). Alleine der Drehbuch-Autor vermag eine ironische Parallele zwischen dem unterschwelligen Thema des Films, der Gafferei, und dem Zuschauer eben solcher Horrorfilme ziehen.
Fazit: Der Film hat aufgrund seiner schönen Atmosphäre vier Punkt verdient. Inhalt und Ausstattung der DVD jedoch sind zu dürftig und werten das Ergebnis daher ab.
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