Mit der Veröffentlichung ihres dritten Albums „The garden“ erfinden sich Zero 7 zwar nicht neu, entdecken jedoch die Vorzüge der uptempo-Stücke. Vokalische Hilfe für dieses Werk gibt es von Sia Furler und José Gonzalez, sowie Henry Binns von Zero 7 selbst. Das Album wurde am 22.05.2006 veröffentlich und ist der Nachfolger des 2004 produzierten „When it falls“.
Der Klang des neuen Zero 7 Albums klingt zuerst einmal sehr gewohnt: Sanfte, tiefe Basslinien, verspielte Melodien und sehr schöne Vokalstimmen. Wie auch die beiden Vorgängeralben ein sehr liebevoll produziertes Werk ohne Ecken und Kanten. Zero 7, dass britische Pendant zur französischen Band „Air“, haben auch bei „The garden“ voll auf ihre Stärken gesetzt.
Neu an diesem Album sind jedoch vor allem die etwas schnelleren Nummern, wie z.B. die erste Singleveröffentlichung „Throw it all away“, dem Sängerin Sia Furler ihre sehr schöne Stimme gibt. Die Sängerin, die bereits auf Zero 7s Debutalbum „Simple things“ mitgewirkt hatte, wirkt in 5 Stücken auf diesem Album mit, was „The garden“ einen sehr jazzigen bis souligen Touch gibt. Das Stück „You’re my flame“ kommt mit einem sehr treibenden Beat, was mich ein wenig an den Stil von Pink erinnert. Ungewöhnlich für Zero 7, jedoch sehr gelungen!
Weiter finden sich 4 Stücke mit José Gonzales auf diesem Album wieder, die mir persönlich jedoch nicht so gut gefallen, da ich die doch sehr hohe Stimme von Gonzales für die Musik gewöhnungsbedürftig finde. Hier muss sich sicher jeder selbst ein Bild machen. Das abschließende Duett mit Sia Furler „Waiting to die“ ist jedoch sehr gelungen.
Zu den doch seit diesem Album sehr vokallastigen Stücken findet sich ein verspielter Instrumentaltitel „Seeing things“ wieder, welcher mir durch einen sehr aufdringlichen Synthesizersound etwas auf die Nerven geht. Der Titel ist jedoch gut für die Abwechslung auf dem Album.
Sowieso gibt sich das dritte Album von Sam Hadaker und Henry Binns aka Zero 7 dieses Mal sehr abwechslungsreich. Während es auf den ersten beiden Alben zwar wunderschöne Melodien und Stimmen zu hören gab, lockern auf dem dritten Album immer mal wieder verspielte Gitarren, Synthesizer oder aufdringlichere Stimmen die Gesamtstimmung auf. Das darunter die „Lounge-Atmosphäre“ leidet ist klar, für mich jedoch kein Grund dieses Album schlechter zu finden.
Henry Binns gibt übrigens sein Gesangsdebut auf „The garden“. Dies fällt nach meinem Geschmack äußerst positiv auf, wie im Titel „Your place“ zu hören ist, ein sehr langsam treibender Song mit schönen Trompeten- und Saxophoneinlagen.
Die äußerliche Aufmachung des Albums ist sehr kunstvoll mit schönen Zeichnungen gehalten, jedoch viel zu dünn für so ein schönes Album. Hier wären noch Songtexte oder auch Fotos der Band sicherlich ein Grund mehr für einen Kaufanreiz der CD gegenüber dem Download.
„The garden“ ist ein typisches Zero 7 Alben mit neuen Einflüssen aus dem Jazz und Soul Bereich, welches bei mir sicher die nächsten Wochen den CD Player rauf und runter laufen wird.