Dass Musikgeschmack ja (glücklicherweise) immer noch höchst subjektiv ist, läßt sich sehr schön an den Rezensionen zu "The Futureheads" in den einschlägigen Fachorganen ersehen: hier ist vom "Rolling Stone" über "Spiegel-Online" bis zum "Musikexpress" die gesamte Skala an Bewertungsmöglichkeiten bedient worden, so dass ich erstmal ziemlich unschlüssig war, ob diese CD wohl ihr Geld wert sein könnte. Allerdings hatten mich schon die Hörpröbchen bei Amazon für die Futureheads eingenommen und dieser erste positive Eindruck hat sich nach dem Kauf bestätigt: die Jungs brennen ein Feuerwerk an angenehm kurzen, punkig-new wavigen Stücken mit hohem Spaßfaktor ab, das irgendwie gute Laune verbreitet. Dabei erfinden sie die Musik natürlich nicht neu, wie man an den tonalen Reminiszenzen an u.a. XTC oder (den von mir besonders geschätzten) DEVO hören kann. Aber wer erwartet das schon ernsthaft? Was diese Band von ihren musikalischen Wurzeln unterscheidet, ist die Kombination aus punkig-schrammeligen Gitarren und den gesanglichen Qualitäten der Zukunftsköpfe, mit denen sie in dem quasi A capella-Stück "Danger Of The Water" ganz nett kokettieren. Abgesehen von diesem untypisch langsamen Song geht es auf der Platte mit nervös-fiebrigem höheren Tempo zu, das schon mal zum Mitzucken verleiten kann. Anspieltipps habe ich keine; alle Stücke bewegen sich auf einem gleich hohen Niveau (wobei zwei Versionen von "Hounds Of Love" m.E. nicht nötig gewesen wären) und auffallenderweise wird die Scheibe auch nach mehrmaligen Durchhören nicht langweilig. Was will man mehr? Meine Meinung: beste Unterhaltung, die 4 Sterne mehr als dicke verdient hat.