"The Frankenstein Syndrome" knüpft an Mary Wollstonecraft-Shelleys berühmte Romanvorlage an und formuliert eine mit moralischen Untertönen angereicherte Monster-Parabel über den Machbarkeitswahn der modernen Medizin. Das Ziel ist hoch gesteckt und die Frage nach den ethischen Grenzen der Forschung ist auch einhundertfünfzig Jahre nach "Frankenstein" ein Dauerbrenner. Die Stärken des Films liegen allerdings nicht in seiner Auseinandersetzung mit dem Thema Stammzellenforschung, sondern in der Charakterzeichnung der Figuren und ihrer Beziehungen, die die Grundlage für eine spannende Handlung bilden. Jedes Teammitglied hat einen persönlichen Grund, sich den Erfolg des Experiments zu wünschen, und erliegt der Verlockung, über die Grenzen von Moral und Konvention hinweg das Ziel, ein universelles Heilmittel, zu erreichen - das moralische Dilemma wird zu einem persönlichen und dadurch gewinnt die abstrakte Thematik Anschaulichkeit.
Das Motto des Teams, "Der Zweck heiligt die Mittel", wirft die Frage auf, welche Konsequenzen in Kauf genommen werden dürfen, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Ruhm, Reichtum, Gesundheit, ewiges Leben - all das scheint zum Greifen nahe. Darf man, soll man angesichts solch verlockender Perspektiven ethische Bedenken berücksichtigen?
Der Film beantwortet diese Frage mit einem klaren Ja. Das Monster, das vom Team erschaffen wird, zerstört - und das ist keine allzu große Überraschung - alle Hoffnungen der Forscher auf eine bessere Zukunft. Letztlich bleibt die Auseinandersetzung mit dem Thema Stammzellenforschung jedoch plakativ, in allzu krassem Schwarzweiß gezeichnet, um als Statement ernst genommen zu werden. Was bleibt, ist solider Medizin-Horror, der eher durch seine erzählerischen und visuellen Qualitäten überzeugt als durch seinen intellektuellen Tiefgang. Blutige Schockeffekte sind dabei eher die Ausnahme als die Regel.
Die DVD ist zweisprachig (Deutsch/Englisch mit optionalen deutschen Untertiteln) und bietet einige Extras: einen alternativen Anfang, Cutscenes, den Original-Trailer und eine Trailershow.