Europa-Fan Zach Condon ist zurück. Musikalisch jedenfalls. Denn leibhaftig soll er ja schon eine Weile in Frankreich leben. Und auf seinem neuen Album bindet er wieder unbekümmert alles Folkloristische, was er in Europa so ausgraben konnte, zu einem Strauß bunter Melododien. Und lässt sich diesmal deutlich von einem anderen Ausnahmemusiker, dem Ex-Arcade Fire-Geiger Owen Pallett (der mit Final Fantasy ein kleines feines Solo-Projekt hat) inspirieren. Mensch, dachte ich mir beim Hören einiger Songs, das hört sich aber verdammt nach Final Fantasy an, sogar die Stimme kriegt er täuschend echt hin. Naja, war dann doch Mr. Pallett himself, der da sang und musizierte und ein bisschen an einigen Songs mitschrieb und arrangierte.
Das Artwork ist wieder in Gelb gehalten und wieder mit alten Schnappschüssen verziert wie das Vorgänger-Album (dazu gibts verschrobene Texte, aber wieder nicht die Texte der Lieder).Und er entfernt sich auch nur auf Sichtweise zu seinem gelungenen Album "Gulag Orkestar". Alles in allem kann attestiert werden, dass die Mischung zwischen französischer Musette und südosteuropäischer Dorfmusik (und ein bisschen Italien) diesmal ausgewogener ist und das Album etwas runder erscheinen lässt. Das mag mancher bemäkeln, für mich ist "The Flying Club Cup" damit das einzige Nachfolge-Album des musikalisch eher durchwachsenen Jahres 2007, das an Qualität hinzugewonnen hat und deshalb die volle Punktzahl erreicht. Ist es Folklore? Weltmusik? Independent? Pop? Wurscht. Es ist: gut. Ich bin gespannt, wohin die Reise als nächstes geht. Mein Favorit: das fast schon jazzig beginnende "in the mausoleum". "The Flying Club Cup" ist eine unbedingte Kaufempfehlung und wird in meiner persönlichen Jahres-Top 10 ziemlich weit vorn stehen.