In der Tradition von „boogie nights" beginnt „The fluffer" als lockere gay Komödie: Der junge Kalifornier Sean McGinnis steht am Beginn seiner Karriere als Filmemacher; in einer Videothek in L.A. leiht er mit Vorliebe Filmklassiker aus. Wie der Zufall es will, bekommt er statt »Citizen Kane« den schwulen Porno »Citizen Cum« zu sehen. Sean ist ausgenblicklich von dem attraktiven, muskulösen Hauptdarsteller, der sich „Johnny Rebel" nennt, fasziniert. Um seinem Idol nahe zu sein, fängt er als Videokameramann bei der Produktionsfirma „Men of Janus" an und springt auch für den „Fluffer" ein, der in Drehpausen „Johnny Rebel" (dessen wirklicher Name Mikey ist) oral stimuliert, um für die nötige "Standfestigkeit" zu sorgen.
Je mehr Sean sich auf Mikey einlässt, desto deutlicher wird, dass dieser ein eher trostloses Leben führt: Mikey ist in Wirklichkeit ein Heterosexueller, der allein wegen des Geldes als schwuler Pornostar agiert und sich mit Drogen darüber hinwegtäuscht, dass seine Karriere bald zu Ende sein wird. Die Situation eskaliert, als ihm seine Freundin Julie, die als „Babylon" in einem Striplokal auftritt, eröffnet, dass sie ein Kind erwartet.
Sean muss sich seinerseits auf einen schmerzhaften Prozess der Desillusionierung einlassen, der ihn an die Wurzeln seiner homosexuellen Wünsche zurückführt.
„The Fluffer" gibt ohne belehrenden Unterton interessante Einblicke in die Welt der Pornoindustrie und ist zugleich die Geschichte einer Obsession mit offenem Augang. Sicherlich einer der besten gay Filme der letzten Jahre.
Überflüssig ist allerdings ein Großteil des Bonusmaterials dieser DVD: Weder der Audiokommentar von Pornodarsteller "WOLFF" und Sachbuchautor Dirk Ludigs noch der Kurzfilm "BAMBI" haben etwas mit "The Fluffer" zu tun. Hier hätte der Verleih lieber eine deutsche Synchronfassung finanzieren sollen, um diesem wirklich sehenswerten Film eine größere Aufmerksamkeit zu verschaffen!