Elane? Was ist Elane? Wer ist Elane?
Elane ist die Sängerin Joran, welche gemeinsam mit ihren drei Mitstreitern ihre Gefühle in Musik zu leben versucht. Gefühle? Nein, das trifft es nicht, nicht allein.
Aber nun erst einmal ganz von vorn:
„The Fire of Glenvore" heißt das Album. Fire? Feuer? Bombastisch, dramatisch, bedrohlich. Mir fallen viele Adjektive ein, die ich mit den Worten Feuer und Musik problemlos assoziieren kann. Doch beginnt die CD ganz anders. Feuer bedeuten ebenfalls Stille, Ruhe, Unaufdringlichkeit, aber auch einen Bann, der unsere Sinne zu fesseln vermag, sobald er sie einmal erreicht. Die CD beginnt nicht wie ein Brand, sondern wie ein Lagerfeuer, das man gemeinsam mit Freunden in freier Natur unter sternenklaren Himmeln genießt: Der stille, gefühlvolle, ich möchte sagen: wundervolle Gesang Jorans, dann eine Geige, eine verträumte Melodie, schließlich zaghafte Worte und ein aufschwingender Rhythmus. Spätestes an dieser Stelle bin ich gefesselt von Elane und ihrer Musik.
Nun setzt das beschwingtere, selbstbewusstere „Trace of the Flames" ein. Ich stehe vom Lager auf und beginne zu tanzen. Über mir die Sterne, unter mir das leise prasselnde Feuer, dazwischen ist allerdings nichts. Nichts, außer Elane.
Auf den Tanz folgt im „Nebeltanz" die Sehnsucht. Dem Klang der Geige folge ich hinaus in die Unendlichkeit und finde zu mir selbst. Sehnsucht keimt auf. Nach Einsamkeit? Nach Zweisamkeit? Nach Freude? Phantasie? Träumen? Ich weiß es nicht, doch lass ich mich fallen und gleite ziellos umher, doch ohne mich zu verlieren. -
Ich könnte diese Ausführung auf jedes Stück dieses Albums ausweiten, doch würde ich damit das Ausmaß dieser Rezension sprengen. Jedes der folgenden Stücke, hat seinen eigenen Charakter. Sei es das sehr rhythmische, liedhafte „Shule aroon", das Stück „Tears and the Perfect Light", in welchem die Musiker den Mut beweisen, eine E-Gitarre zunächst verstärkt einzusetzen, um sie anschließend zu verbannen, das Stück vollständig umzuwerfen und neu zu erfinden, oder aber auch die Nr. 8, „Come to the Sea", welches von einem Kampf der Gegensätze ohne Gegensatz handelt, in welchem beide Seiten ohne Sieger zu einander finden. -
„The Fire of Glenvore" ist kein einfaches Album. Mir war es - anders als der in Eigenproduktion herausgebrachte Vorgänger - nicht beim ersten Hören sofort zugänglich. Doch lernte ich diese Musik zu verstehen, die Kompositionen zu begreifen und wurde hundertfach mit dem Hörgenuss eines Meisterwerkes belohnt.
Bleibt nun noch eine Frage zurück: Was oder wer ist Elane?
Elane ist ein Produkt unserer Phantasie, eine Märchengestallt, so könnte man sagen. Gleichzeitig jedoch ist Elane auch eine Woge der Gefühle, der zumindest ich nicht zu widerstehen vermag oder möchte.
Wenn nun aber wie bei dieser Musik Phantasie und Gefühl aufeinander treffen, muss etwas Neues entstehen, etwas Unvergleichbares, Wundervolles: Ein Traum!
Drum lasst uns Elane folgen, bei ihr verweilen und gemeinsam träumen. Elanes Traum. Jorans Traum. Den schönsten Traum, den jeder einzelne von uns zu träumen vermag.
Am liebsten für immer.
Danke!