Diesen Spruch aus dem Lukas-Evangelium hat der unheimliche Fremde Silas(Luke Perry) auf dem Arm tätowiert. In einem nicht enden wollenden Regen und Sturm ist Silas auf die Farm der Gradys gekommen. Dort leben Tom(Steve Bacic), seine Frau Gilian(Lauren Holly) und ihr Sohn Graham(Cole Heppel). Die Ernte ist durch das Unwetter vernichtet und plötzlich verschwinden auch alle Tiere. Als Tom bemerkt, dass auch die Nachbarn nicht mehr da sind, versucht er, der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei ist Silas ihm zunächst keine große Hilfe. Der Unbekannte lässt immer wieder Anspielungen auf die Apocalypse fallen und behauptet, dass er schon einmal auf der Farm war. Bei einem Ausflug in die Nahe gelegene Stadt Cairo begeben sich die Gradys und Silas in Lebensgefahr. Als Tom dann noch herausfindet, woher Silas wirklich kommt, scheint zwar nicht das Ende der Welt, aber dass der Familie Grady, bevorzustehen...
Na ja...was soll man dazu sagen? Uwe Boll wird immer wieder mit Ed Wood in Verbindung gebracht. Eine "Auszeichnung" die einen Regiseur nicht gerade zu höheren Ehren gereicht. So ist -The Final Storm- zwar nicht gerade eine "Wood-Produktion", aber beim Anschauen des Films hatte ich schon den Eindruck, dass da jemand das Storybook auseinandergerissen und anschließend wieder zusammengeheftet hat. Allerdings nicht in der richtigen Reihenfolge und mit ein paar Blättern aus einer anderen Produktion.
Bolls Endzeitdrama beginnt schwerfällig und wird erst interessant als der unheimliche Fremde auftaucht. Da haben wir uns gerade auf den Weltuntergang eingestellt, als Boll uns mit einer biblischen Variante überrascht. Anschließend vermengt er die Bibel mit einem "ganz normalen" Verbrechen und pappt den Weltuntergang als Überraschungskeks noch obendrauf. Das kommt so ähnlich rüber, wie ein Haus, dass man während des Aufbaus drei Mal renoviert und zum Schluss wieder komplett abreisst. Diesen seltsamen Eindruck unterstützt Boll mit einer Musikuntermalung des Films, die an einigen Stellen derart unpassend ist, das man sich fragt, ob da irgendwas mit der Tonspur schiefgelaufen ist.
Es gibt aber auch Positives zu berichten. Die Schauspielleistungen von Bacic, Perry und Holly sind wirklich gut, Im Mittelteil des Films hatte ich kurz den Eindruck, dass die Story jetzt die Kurve kriegt, aber dann versteigt sich Boll in einen unauflösbaren Plot, den er zum Schluss nicht nur gegen die Wand, sondern auch noch in eine hanebüchene, abstruse Schluss-Szene fährt. Spätestens da wird in -The Final Storm- alles über den Haufen geworfen, was im Mittelteil "aufgebaut" wurde.
Wer also auf Luke Perry, Steve Bacic oder Lauren Holly steht, darf sich -The Final Storm- anschauen und sich dabei voll und ganz auf deren Schauspiel konzentrieren. Für Freunde gehobener Thriller- oder Endzeitfilme ist -The Final Storm- ganz sicher nicht die erste Wahl. Uwe Boll wird mit dieser Produktion seinen Ruf als "Deutschlands Antwort auf Ed Wood" nicht ablegen können.