Die unbestritten wichtigste Metal-Band der Welt bringt ein neues Werk heraus. Da ist es Pflicht das Album Song für Song abzuhandeln. Vorab: Auch beim neuen Output muss man sich schon wie beim Vorgänger "A Matter of Life and Death" auf längere und etwas vertracktere Kompositionen einstellen. Der Sound, der abermals von Kevin Shirley gemixt wurde gefällt mir indes besser, es klingt alles ein bisschen wärmer, nur ein weiteres Mal wurden die Möglichkeiten der 3 Gitarren ein wenig verschenkt.
Die Songs:
Der Einstieg ins Album ist die schon vom vorab veröffentlichen Video bekannte Nummer "Satellite 15...The Final Frontier" Auf dem Album als Opener mit ungewohnten langem Intro versehen, kommt das ganze etwas sperrig rüber um sich dann mit dem griffigen Refrain doch noch auf sicheres Terrain zu begeben.Unbedingt ganz anhören!Schon von der Machart eher experimentell, ist der Track in der Form garantiert kein kommender Livekracher, ab Minute 5 dann aber doch. Da geht mein Daumen dann versöhnlich nach oben.
"El Dorado" wurde schon vorab als Download kostenlos von der Band angeboten und hat mich ein wenig abgeschreckt. Sollte das Ding das Album repräsentieren??Nein tut es nicht und ist Gott sei Dank schon der unspektakulärste Track der Langrille. Mehr als verzichtbar.
"Mother of Mercy" ist so ein Zwischending...Früher wäre es eine B-Seite gewesen, heute steht's auf dem regulären Album.Nett.
Mit "Coming Home" steht eine waschechte Bruce Dickinson-Solo-Album Nummer auf der CD.Als Vergleich sei "River of no Return" von seinem letzten Langdreher genannt. Allerdings ist "Coming Home" mit etwas mehr Powerballade-Attitüde gesegnet. Geht ins Ohr und bleibt da spätestens nach dem dritten Hördurchlauf.
Mit "The Alchemist" kommen wir zur Nummer-Sicher-Uptempo-Nummer.Beileibe nicht schlecht und es gibt Bands die so einen Track gegen Abgabe ihrer Seele schreiben wollten. Aber bei einem Backkatalog wie ihn IRON MAIDEN nunmal haben, fällt es mir schwer das ganze als sonderlich spannend zu bewerten.Sagen wir es so: Wegdrücken muss man das ganze nicht, aber nach Ablauf der 4:29 ist man auch nicht besonders mit dem "Yeah!!!"-gefühl angereichert.
"Isle of Avalon" wird meiner Meinung nach erst nach 3 Minuten richtig interessant. Zu ausufernd nimmt der Song Fahrt auf. Weniger wäre hier mehr gewesen. Als Vergleich von der Machart sei hier mal der Titeltrack von der "Seventh Son of a Seventh Son" genannt, allerdings nicht in der selben Liga angelegt.Trotzdem ist das ganze immer noch mehr als ok.
"Starblind" läutet dann die meiner Meinung beste Phase des Albums ein. Auch hier sind Spielzeiten jenseits der 8 Minuten angesagt, aber das ganze klingt griffiger, nicht so gezwungen in die Länge gezogen. "Starblind" ist auch noch mit einem ziemlich coolen Refrain gesegnet.Die Soli sind erste Sahne und machen das ganze zu einem Kandidaten für bevorstehende Liveaufgaben.Klasse!
"The Talisman" klingt erstmal wie ein vergessener Track von "A Matter of Life and Death" Na, wer errät den Verwandten des Songs?:-) "The Talisman" ist nach einiger Vorlaufzeit ein Song der so auch auf die "Brave New World" gepasst hätte. Geradlinig, schöne Soli, Maiden halt so wie man sie sich wünscht.In etwas kürzerer Form ein guter Singlekandidat.
"The Man who would be King" ist großes Kino. Wer auf Songs der Marke "Afraid to shoot Stangers" steht ist hier ganz richtig. Mit neun Minuten zwar auch sehr lang, aber die gehen wie im Flug vorbei. Auch der etwas progressive Mittelteil stört den geneigten Fan nicht und macht "The Man who would be King" definitiv zu einem Kandidaten auf der Dauerplaylist.
Das Highlight des Albums für mich steht am Schluß: "Where the Wild Wind blows" ist nicht nur der längste Song, sondern auch der beste. Mit allen Stilmitteln die für IRON MAIDEN typisch sind, wird hier Ohrenkino gemacht.Großartig.
Fazit:
Um mal in der neueren Zeit seit Bruce Dickinsons Rückkehr zu bleiben:"Brave new World" bleibt weiterhin uneereicht. Vielmehr ist "The Final Frontier" die etwas fröhlichere Variante vom "A Matter of Life and Death" Mit den Klassikerwerken sollte man eh nicht irgendwelche Vergleiche ziehen.Wenn man das tun will, sei am ehesten das etwas progressivere "A Seventh Son.." genannt. IRON MAIDEN werden die Alt-Fans die man mit dem Vorgänger etwas verschreckt hat nicht wiedergewinnen, aber für mich stellt "The Final Frontier" trotz einiger Hänger das bessere Album dar. Und besser als "Dance of Death" ist es allemal und das liegt nicht nur am besseren Sound.
8 Punkte
Für alle die die Klassiker nicht kennen: 9 Punkte