"The Fighter" ist ein amerikanischer Film aus dem Jahr 2010, der 7 Oscar-Nominierungen und zwei Oscars, nämlich die für Christian Bale und Melissa Leo, aufweisen kann.
Der Fokus liegt dabei klar auf dem Protagonisten Micky Ward (Boxer), der von Mark Wahlberg verkörpert wird, und seinem Umfeld: Dem Junkie-Bruder Dicky, der von besagtem Bale hervorragend und durchaus OSCAR-würdig gespielt wird, der restlichen Familie, "angeführt" von Alice (Melissa Leo) und der Barkeeperin Charlene (Amy Adams).
Den größten Teil der 111-minütigen Spielzeit nehmen die Charaktere und die Beziehungen untereinander - und somit nicht das Boxen - ein. Diese werden von allen beteiligten Schauspielern authentisch und ausgezeichnet gespielt. Besonders Bale ist hervorzuheben, da er als Crack-Junkie sehr überzeugend herüberkommt. Vergleicht man seine Mimik und Gestik mit der aus "Todeszug nach Yuma" oder der Batman-Reihe von Christopher Nolan, fällt auf, wie vielfältig und talentiert dieser Schauspieler doch ist.
Die Boxszenen sind leider sehr kurz. Alle Kämpfe werden in Ausschnitten gezeigt. Ich hätte gerne mehr gesehen.
Ein ausgezeichneter Film - aber wieso gebe ich "nur" vier Sterne? Ich schreibe hier meine Meinung. Und dieser Film ist zweifelsohne ausgezeichnet gemacht.
Der Film ist zu vorhersehbar inszeniert. Inwiefern kann ich leider nicht erläutern, ohne euch dabei die Spannung zu nehmen. Ich für meinen Teil war auf jeden Fall etwas enttäuscht von der Dramaturgie, die war zu konventionell - aber der Film basiert ja auch auf wahren Begebenheiten (wie streng man sich daran hält kann ich nicht beurteilen).
Das gibt einen halben Punkt Abzug. Der andere halbe Punkt lässt sich recht einfach erklären: Der Film war nicht ganz mein Fall. Manche Charaktere, so gut sie auch dargestellt wurden, gingen mir auf die Nerven. Beispielsweise die Mutter, die man über weite Strecken nur als Furie bezeichnen kann. Oder aber auch Charlene, Mickys Freundin, wenn sie Micky seine Familie abspricht und ihm dabei auch noch Vorwürfe macht "Wie kannst du mir das antun?", anstatt sich mal in die Lage des Boxers hineinzuversetzen.
Alles in allem also ein klasse Film. Kaum Action, viel Charaktere. Kein Film für zwischendurch oder einen entspannten Abend, da passt er nicht rein. Trotz der vorhersehbaren Handlung und den teilweise nervigen Charakteren ein sehr empfehlenswerter Film. Wäre ich Boxfan und würden mir nicht manche Charaktere so auf die Nerven gehen, wären fünf Sterne wohl mehr als gerechtfertigt.
mfG Martin
PS: Den Oscar für Bale halte ich also für gerechtfertigt, der für Leo ist meiner Meinung nach infrage zu stellen.