Wenn mich mein Gedächnis nicht trügt wurde das Spiel im Laufe des Jahres 2004 erstmals veröffentlícht und war zu jener Zeit schlicht unspielbar. Das Game war durch und durch "buggy", die Steuerung war Murks, die Grafikengine setzte utopische Hardware voraus, was trotzdem den Spieler nicht davor bewahrte, dass es immer wieder zu unvorhersehbaren Abstürzen kam, der Kopierschutz hatte Probleme, die Original CDs zu erkennen und in der Spiellogik klafften Löcher so groß wie der Atlantik, so dass es schlicht unmöglich war, bestimmte Quests zu lösen. So weit so schlecht, mehr gibt es dazu nicht zu sagen, außer vielleicht, dass diese Katastrophe umso ärgerlicher war, da die Rollenspielwelt durchaus ihre Höhepunkte und damit auch großes Potential hatte.
Nachdem in der Vergangenheit ca. ein Dutzend Patches nachgereicht wurden und es zwischenzeitlich sogar zu einem "Zweitrelase" kam, kann man jetzt für billig Geld die wohl finale Version des Games kaufen. Knapp zehn Euro für ein "Endzeit-Rollenspiel" mit stimmiger Atmosphäre, interessanter Handlung und abwechslungsreichen Questen ist für "Fallout-Begeisterte" ein echtes Schnäppchen. Vor allem da die Unzulänglichkeiten der Vergangenheit ausgemerzt zu sein scheinen. Eine DVD statt zwei CDs, keine unmotivierten Abstürze bisher, keine Questfehler, ein anderer Kopierschutz, der tatsächlich ohne große Probleme die Spiel-DVD erkennt, zusätzliche Ausrüstungsgegenstände und Aufgaben, sowie neue Features (die eigene Truppe erarbeitet sich einen Ruf, der Boni auf die Fahigkeiten verteilt), runden das Angebot ab.
Ich kann allerdings keine fünf Sterne vergeben. Als ich dieses Spiel 2004 zum Vollpreis gekauft hatte, ärgerte ich mich wegen der oben aufgelisteten Mängel so sehr, dass ich es nach einer längeren Frustdauer an einen Bekannten weiterverkauft habe. So gesehen ist der Neuerwerb der Software für mich persönlich keine totale finanzielle Katastrophe, wie mögen sich aber die Spieler fühlen, die das Original gekauft und vielleicht sogar die zweite "Extended-Version" erstanden haben. Hier drängt sich irgendwie der Verdacht auf, dass man auf Kosten der Spieler "die Kuh melkt, solange sie noch Milch gibt".