Zuerst einmal zur Verpackung:
Sehr schöne Aufmachung im Digipak, elegantes Artwork. Die Texte sind auf die Klappen des Digipaks aufgedruckt. Wer die Unterseite der CD betrachtet wird bemerken, dass sie nach außen hin eine Art Muster aufweist. Zwar nicht wichtig oder notwendig für die Funktion, schick ist es aber allemal, und es hebt diese EP auch bezüglich des Layouts aus der grauen Masse der Veröffentlichungen heraus.
Die Musik selbst ist durchaus gut anzuhören; der Sound ist wirklich gut, kalt, transparent und druckvoll, ohne zu steril zu wirken. Generell ist diese EP in Hinsicht auf Sound und Stilistik durchaus ähnlich geartet wie das mit dem selben Line-Up eingespielte Secrets of the Moon-Album "Antithesis". Leider kann man den Bass nur dann wirklich heraushören, wenn die Gitarren gerade Funkstille haben, was allerdings im Endeffekt nur am anfang von "Bleakstar" der Fall ist. Musikalisch zeigen sich Secrets of the Moon vielseitig und modern; elektronische Spielereien hier und da, ab und zu rhythmisch komplexere Passagen, als man es von Black Metal-Songs generell gewohnt ist, dynamische, vielschichtige und emotionale Songs, die doch immer als Black Metal-Songs zu erkennen sind. Dass Secrets of the Moon in technischer und musikalischer Hinsicht vielen anderen Vertretern einiges voraus haben zeigt sich des öfteren, nicht zuletzt im vielseitigen und interessanten Schlagzeugspiel von T. Thelemnar. Die beiden Eigenkompositionen dieser EP bewegen sich tempomäßig in der Regel im schleppenden bis mittleren Tempobereich, wobei allerdings auch mal Gravity-Blasts und Blastbeats zum Einsatz kommen (zumindest bei "Exhibitions in the Grey Zone").
Ein Cover des Darkthrone-Klassikers "Under a Funeral Moon" setzt den Schlusspunkt unter diese beiden Kompositionen. Dieser Song wurde etwas roher abgemischt als die beiden anderen Songs, was dem Song allerdings nur gerecht wird. Technisch wie zu erwarten hervorragend umgesetzt, und prinzipiell recht nah am Original gehalten. Macht auf jeden Fall Laune.
Schlussendlich muss jeder selbst entscheiden, ob man für ca. 17:20 Min in drei Songs, von denen einer eine Coverversion ist, den Kaufpreis eines Albums entrichtet und dafür eine schicke, wertig verpackte CD erhält, oder ob doch die Download-Variante sinnvoller ist.