Star Trek TOS ' The Eugenic Wars Volume 2
Dank Kirks Eingreifen und McCoys medizinisches Wissen sowie die schnellen Klonerfordernisse von Cordrazine retten die Kolonie ' fürs Erste'
In den 90ern hat Khan bereits ein Viertel der Erde unterminiert. Er muss sich fürs erste damit begnügen im Hintergrund die Fäden zu ziehen um keine Panik oder Aufstände zu verursachen. Seine Anhänger sind ihm treu ergeben, aber es gelingt ihm kaum die Staatsmänner durch seine Reden sondern vielmehr durch die Ermordung eines aufsässigen Botschafters zu überzeugen. Ferner droht er damit, das Ozonloch der Erde zu vergrößern. Die Daten für den nötigen Satelliten, der trotz Robertas Versuch ihn zu sabotieren starten konnte, hat Khan aus dem Beta-5-Computer (vgl. letzter Band). Ständig versuchen auch Seven und Roberta seine Pläne zu durchkreuzen. Diverse geheime Stützpunkte konnte er bereits aufspüren. Er kann sich ebenfalls deren Transportern entziehen, die Technik aber nicht nachmachen. In London spürt er die beiden auf und versucht sie durch eines seiner Rollkommandos zu überwältigen. Dieses hat aber nicht mit einer Selbstzerstörungssequenz gerechnet. Seven kann durch sein Transportsystem entkommen nachdem er einige wichtige Sachen sowie ein Porträt seiner Katze Isis eingesteckt hat, Roberta kann ebenfalls durch ein Fenster entkommen.
Khan hat derweil einen weiteren Fehlschlag zu verzeichnen: Seine Brüder und Schwestern aus Chrysalis sind zwar ebenfalls Despoten. Sie verzetteln sich aber in kleinen Scharmützeln und erkennen ihn als Weltführer nicht an. Khan muss sich also auch gegen sie richten.
Unterdessen wendet sich Prof. Carlson an Dr. Walter Nichols, dem 'Erfinder' des Transparenten Aluminiums und Erfinder in spe der Kryogenik. Die NASA wendet sich an ihn, weil sie ein Schiff nachbauen möchte, das denen der Technik der Ferengi ähnelt, die 1947 in Roswell notgelandet sind. Die DY-100 soll mit Kryo-Technologie ausgestattet werden, aber auch mit Transparenten Aluminium.
Khan wird derweil von einem seiner 'Übermenschen'-Kollegen ausgetrickst: Der Despot Hunyadi, der mit eiserner Faust auf dem Balkan regiert, lockt Khan durch einen älteren Mann in die Falle. Er und Joaquin werden verletzt, als Hunyadi ein Erdbeben durch eine Detonation auslöst. Mehrere Tausend Unbeteiligte sterben dabei. Khan ' obwohl er nicht nur überlegen ist, sondern sich auch so fühlt ' ist schockiert über den Verlust von Menschenleben. Ungeachtet seiner Welteroberungspläne kann er durchaus Mitgefühl für die notleidende Bevölkerung empfinden. Sein Leibwächter wird dabei so schwer verletzt, dass er nicht an der Racheaktion Khans teilnehmen kann. Mit dem Unterseeboot Kaur fährt Khan höchstpersönlich in die Gewässer des Balkans um dem Übermenschen den Gar auszumachen. Allerdings hat Gary Seven im Hintergrund die Fäden gezogen. Die Augments sollen sich gegenseitig bekämpfen. Der Plan geht auf: Khans Anschlagsversuch ergibt für ihn ein Desaster. Er muss das Boot verlassen und alle seine Leute zurücklassen. Seiner ansonsten so treuen Mitstreiterin Amend vertraut er nun nicht mehr. Sie war bislang immer sein Gewissen.
Seine Wut kennt keine Grenzen als der alternde Wissenschaftler und ehemalige Mitarbeiter seiner Mutter Williams ihm erklärt, dass Seven und Roberta Schuld am Tode seiner Mutter tragen. Darüberhinaus wütet der Mob vor seinem Palast, da er sich weniger um die ökonomischen Belange kümmert. Dafür war immer Amend zuständig. Williams will ihm die Formel für die fleischfressende Bakterie verkaufen. Khan ist ganz Ohr'
- Und erneut ist Cox ein genialer Wurf gelungen. Es sind auch wieder diverse bekannte Charaktere dabei. Erneut ist Prof. Jeff Carlson aus 'Little Green Men' dabei, aber auch Shaun Geoffrey Christopher, der die erste Saturn-Mission bemannte ('Tomorrow is Yesterday'). Auch Shannon O'Donnell, einer der Vorfahren von Kathryn Janeway spielt eine Rolle. Eine Nebenrolle spielt auch Jackson Roykirk, der die NOMAD-Sonde entwickelt hat ('The Changeling'). Toll ist auch die Rückkehr von Dr. Walter Nichols ('Star Trek IV ' Zurück in die Gegenwart'). Clare Raymond (Sie ist eine der Schläferinnen aus 'The Neutral Zone', TNG) wird ebenfalls wie der letzte der drei Schläfer aus TNG erwähnt. Cox hat damit nahezu sämtliche bekannte Gesichter aus dem 20. Jahrhundert in die Geschichte einfließen lassen. Genial ist der Seitenhieb auf den Coverzeichner Birdsong, der 1-A-Porträts zeichnen kann, sodass die Charaktere auch so aussehen wie die Darsteller. Ein Deutscher namens Vogellieder (!), der normalerweise für 08/15-Romane Cover zeichnet, malt ein Porträt Khans. Er habe ihn sehr gut getroffen. ' Sehr gelungen ist die Charakterisierung Khans, der zunächst von einem ' obwohl von einem überheblichen Weltherrschaftsgedanken geprägt ' durchaus für seine Mitmenschen mitfühlenden Menschen zu einem grausamen Despoten wird. Traurig, aber wohl nicht allzu fiktiv, ist überhaupt die Wandlung, die die Augments durchleben. Obwohl genetisch überlegen zeigt sich, dass sie es sind, die einen genetischen Defekt zeigen. Es fehlt ihnen nicht nur an Mitgefühl, sondern sie haben einen Anflug von Größenwahn, einen fehlenden Sinn über die Realität und einen selbstzerstörerischen Lebenswandel. Das Ende finde ich etwas überstürzt. Hier hätte man Khans Überlegenheit zeigen können, dass er weiß, wann er verloren hat. Aber man hat ja bereits in 'Der Zorn des Khan' gesehen, dass er dies nicht kann. Die Rahmenhandlung ist eigentlich unnötig, aber ein Grund für die ungewöhnliche Erzählweise im 20. Jahrhundert. Schön ist auch eine Referenz auf Jonathan Archer durch Kirk! Ein Must-Read und ein Edelstein unter den Star Trek Romanen.
Cox versteht es in beiden Bänden, tatsächliche geschichtliche Ereignisse mit fiktiven zu verknüpfen. Mit seinen Geschichten rund um die Eugenischen Kriege widerspricht er weder der damaligen Geschichte wie sie in den Nachrichten aufgezeigt wurde (und gibt Verschwörungstheoretikern Nahrung ungeklärte Fragen zu beantworten), noch widerspricht er den Folgen und Filmen, die über die Eugenischen Kriege berichteten bzw. die sie wie Voyager bei der Zeitreise Episode verschwiegen hatten. Mit dem Folgeband "Reign in Hell" und der Gateways-Erklärung, warum der Planet, auf dem Khan ausgesetzt wurde tatsächlich aus seiner Umlaufbahn geschleudert wurde, ergeben sich wunderbare Lebensläufe für fast alle Charaktere aus dem 20. Jahrhundert, die jemals gezeigt wurden... GENIAL.