motor.de
Vom Major zum Indie, vom Soften zurück zu den Wurzeln: Sonic Youth erinnern mit „The Eternal“ wieder an ihre Noise geprägten Anfangszeiten mit eingängigen Melodien.
„The Eternal“ sprüht vor Abwechslung, Fantasie und Experimentierfreudigkeit. Auch nach 28 Jahren sind Sonic Youth kreativ wie eh und je. Auf ihrem regulären 15. Studioalbum schaffen die fünf Amerikaner endlich den schwierigen Spagat zwischen Noise-Rock Elementen und Poprock-Strukturen. Die Fans, die sich nach den letzten Sonic Youth-Alben über zu viel softe Klänge beschwert haben, kommen nun wieder mehr auf ihre Kosten. Denn die zärteren Töne wurden in den frühen, progressiveren Sonic Youth-Sound eingebettet. Die für die New Yorker Band typischen Feedbacks und Shoutings der Sängerin Kim findet man hingegen weniger vordergründig als früher. Behutsamer und pointierter setzen die Indie-Rock-Legenden ihre Elemente ein.
„The Eternal“ ist das erste Album nach dem Wechsel vom Major zum Indielabel Matador und wurde im bandeigenem Echo Canyon West Studio aufgenommen. Vielleicht ist das der Grund, warum Sonic Youth musikalisch zu ihren Wurzeln, dem Noise-Rock zurückfinden und wieder mehr experimentieren. Anzuhören ist dies vor allem den Songs „Sacred Trickster“, „Anti-Orgasm“ und „Calming The Snake“, die geprägt sind von Dissonanzen, Atonalität und fehlenden Songstrukturen. Hinzu kommen röhrende Gitarrensounds und diverse Rhythmuswechsel. Komplettiert werden die Titel durch moderne Spielereien, wie zum Beispiel kaum definierbare Geräusche und Effekte, welche zusätzliche Melodien und Rhythmen erzeugen. Die Schrägheit der Songs bewirkt das genauere Hinhören und sensibilisiert für ihre Feinheiten.
Atmosphärische Instrumentalparts schaffen den Ausgleich zu den experimentellen Teilen, wie in „Anti-Orgasm“ und „Antenna“. Aber auch die eingängigen Melodien der letzten Alben sind nicht verloren gegangen. Sie finden sich im ruhigen „Leaky Lifeboat“, im rockigen „What We Know„ und „No Way“. Eingebettet in dissonante Instrumentalisierung, behalten die Songs dennoch ihre eigenständige Sonic Youth-Note. Auch mit Songstrukturen scheint sich die amerikanische Band angefreundet zu haben, hier und da gibt es erekennbare Strophen, Refrains, Zwischenteile. Und trotz eingängiger Melodien und Songstrukturen driften die Titel nicht in Richtung Mainstream, sondern bleiben Musik für Liebhaber.
Mit „The Eternal“ bauen Sonic Youth die Brücke zwischen ihren frühen Werken und den letzteren. Sie binden Noise-Elemente in eingängige Rocksongs ein und schmücken das Ganze fantasievoll aus. Es entstehen extrem abwechslungsreiche Titel, die sich immer wieder aufs Neue aufbäumen. Man wird schnell in den Bann der Einzelheiten gezogen und entdeckt nach und nach die faszinierenden Klangelemente.
„The Eternal“ sprüht vor Abwechslung, Fantasie und Experimentierfreudigkeit. Auch nach 28 Jahren sind Sonic Youth kreativ wie eh und je. Auf ihrem regulären 15. Studioalbum schaffen die fünf Amerikaner endlich den schwierigen Spagat zwischen Noise-Rock Elementen und Poprock-Strukturen. Die Fans, die sich nach den letzten Sonic Youth-Alben über zu viel softe Klänge beschwert haben, kommen nun wieder mehr auf ihre Kosten. Denn die zärteren Töne wurden in den frühen, progressiveren Sonic Youth-Sound eingebettet. Die für die New Yorker Band typischen Feedbacks und Shoutings der Sängerin Kim findet man hingegen weniger vordergründig als früher. Behutsamer und pointierter setzen die Indie-Rock-Legenden ihre Elemente ein.
„The Eternal“ ist das erste Album nach dem Wechsel vom Major zum Indielabel Matador und wurde im bandeigenem Echo Canyon West Studio aufgenommen. Vielleicht ist das der Grund, warum Sonic Youth musikalisch zu ihren Wurzeln, dem Noise-Rock zurückfinden und wieder mehr experimentieren. Anzuhören ist dies vor allem den Songs „Sacred Trickster“, „Anti-Orgasm“ und „Calming The Snake“, die geprägt sind von Dissonanzen, Atonalität und fehlenden Songstrukturen. Hinzu kommen röhrende Gitarrensounds und diverse Rhythmuswechsel. Komplettiert werden die Titel durch moderne Spielereien, wie zum Beispiel kaum definierbare Geräusche und Effekte, welche zusätzliche Melodien und Rhythmen erzeugen. Die Schrägheit der Songs bewirkt das genauere Hinhören und sensibilisiert für ihre Feinheiten.
Atmosphärische Instrumentalparts schaffen den Ausgleich zu den experimentellen Teilen, wie in „Anti-Orgasm“ und „Antenna“. Aber auch die eingängigen Melodien der letzten Alben sind nicht verloren gegangen. Sie finden sich im ruhigen „Leaky Lifeboat“, im rockigen „What We Know„ und „No Way“. Eingebettet in dissonante Instrumentalisierung, behalten die Songs dennoch ihre eigenständige Sonic Youth-Note. Auch mit Songstrukturen scheint sich die amerikanische Band angefreundet zu haben, hier und da gibt es erekennbare Strophen, Refrains, Zwischenteile. Und trotz eingängiger Melodien und Songstrukturen driften die Titel nicht in Richtung Mainstream, sondern bleiben Musik für Liebhaber.
Mit „The Eternal“ bauen Sonic Youth die Brücke zwischen ihren frühen Werken und den letzteren. Sie binden Noise-Elemente in eingängige Rocksongs ein und schmücken das Ganze fantasievoll aus. Es entstehen extrem abwechslungsreiche Titel, die sich immer wieder aufs Neue aufbäumen. Man wird schnell in den Bann der Einzelheiten gezogen und entdeckt nach und nach die faszinierenden Klangelemente.
Kurzbeschreibung
Sie galten als die Blaupause einer Indieband, dabei veröffentlichten sie die meisten ihrer Alben bisher bei einem Major. Nun genießen sie ihre neue Freiheit und veröffentlichen über Matador! Zwölf neue Songs liefern Sonic Youth ab, die wie die Eckpfeiler ihrer gesamten Karriere klingen: von den frühen No Wave Attacken, zu den radikalen Songstrukturen der Neunziger Jahre bis zu den fokussierten zeitgemäßen Exkursionen der letzten fünf Jahre. Sonic Youth starteten 1980 standesgemäß in downtown New York und schnell wurden sie zu der Band, auf die sich Kunststudenten, Postpunker und Pre-Grunger gleichermaßen verständigen konnten. Neben dem Ehepaar Kim Gordon und Thurston Moore ist Lee Ranaldo festes Band- und Gründungsmitglied, während die Positionen Schlagzeug und Bass einiger Fluktuation unterlagen, die aktuellste Besetzung verzeichnet hier Mark Ibold (Pavement) und Steve Shelley. Sonic Youth haben gerade in Deutschland eine Ausstellung „Sensetional Fix“ kuratiert. Die interdisziplinäre Schau erzählt eine alternative Geschichte der zeitgenössischen Kultur, die vom Aufstand der Teenager, von jugendlicher Rastlosigkeit, von Ruhmessucht und Identitätsfindung, Geschlechterrollen, Sexualität und Religion handelt. Themen, die auch in der musikalischen Arbeit von Sonic Youth seit jeher stattfinden. Das Coverartwork des Albums stammt von John Fahey.
kulturnews.de
Gitarren, natürlich. Seit 27 Jahren testen Sonic Youth die Grenzen ihrer Instrumente aus, und dass mit "The Eternal" die gefühlt 70. Platte der No-Wave-Pioniere erscheint, erscheint mittlerweile so egal wie das x-te Comeback von Status Quo - weil jede Rückkopplung, jede Dissonanz, jede Soundmauer schon einmal aufgenommen, jede Rockdekonstruktion schon einmal komponiert wurde. Auf "The Eternal" geben sich Sonic Youth vergleichsweise poppig, die meisten Songs sind klar strukturiert, Strophe, Refrain, ein-, zweimal hört man sogar so etwas wie ein Solo (das aber binnen kürzester Zeit im Kreischen und Fiepen versandet). Allerdings kann man nicht einmal von einer Neuerfindung des Noise aus dem Geist des Massengeschmacks sprechen. Sonic Youth sind in einer langen Kreisbewegung nur dorthin zurückgekehrt, wo sie Anfang der 90er schon mal waren. Auf dem epochalen "Goo" (1990) und dem unterschätzten "Dirty" (1992) reduzierte die Band damals ihr Dröhnen zu klarem Rock. Heute wird der erweitert durch kurze Songwriterschnipsel, die sich wohl auf Moores Soloalbum "Trees outside the Academy" (2007) zurückführen lassen, sowie flächige Noisereste, die den Bildende-Kunst-Ansatz der Band fortführen. Ein langsames Kreisen um sich selbst, ein Anfang, der auf ein Ende folgt. Klingt? Klasse. (fis)
Produktbeschreibungen
Vibrant 2009 album! Now on Matador ... their first "proper" release on an independent label in 19 years, and also their first with Mark Ibold (ex-Pavement) as part of the official line-up. Cover art by John Fahey. Includes "Sacred Trickster".