Wie klingt eigentlich Ludovico Einaudi, wenn nicht Ludovico Einaudi Ludovico Einaudi spielt??? Jeremy Limb versucht sich an diesem einzigartigen Klavierspieler. Das allein finde ich entweder mutig, oder dumm! Ludovico Einaudi ist eine so eigene Größe im Bereich Solo Piano, wie kann man da versuchen, seine Stücke zu spielen ohne ständig verglichen zu werden?
Jeremy Limb tut es! Und er macht es gut. Er hat eine passable Auswahl von Einaudi ausgesucht, Allein es stellt sich die Frage warum er "I DueFiumi" nicht miterwählt hat... Das DARF bei Essentials eigentlich nicht fehlen. Und er bringt den allein Klavier betonten Einaudi, auch wenn auf der CD2 einige Stücke mit Streichinstrumenten unterstützt zu hören sind.
Die Stücke von Limb gespielt zu hören, ist eigenartig. Ich höre Einaudi und doch ist es anders! Es klingt technischer, verkopfter, mehr an Noten orientiert, als ich dies bei Einaudi selbst erlebe.
Wer Einaudi im Konzert erlebt hat, hat sicher noch vor Augen, wie seine Finger fast magisch sanft streichelnd, schwebend auf die Tasten gehen. Eben diese beseelte Eigenart fehlt bei Limb. Was der Freude beim Hören aber keinen Abbruch tut. Hier kann ich mehr in den Noten spazieren gehen, hineingehen und in ihnen aufgehen.
Wenn es eine Mitte zwischen Einaudi und George Winston geben kann, dann muss die Interpretation von Limb sich irgendwo in der Mitte ansiedeln lassen.
Ich finde das Unterfangen gewagt, aber erfolgreich.
Ich finde die Doppel-CD ist eine großartige Ergänzung zu Ludovico Einaudi und eben nicht nur ein Abverkauf erfolgreicher Stücke.
Deshalb volle 5 Sterne!