An dieser Stelle will ich mal auf die ganzen Vorgeschichten, die es zu Mariah Carey zu erzählen gibt, gänzlich verzichten und einfach nur mal die Musik auf ihrem neuesten, 10. Studioalbum mit dem Titel "The Emancipation of Mimi" beschreiben. Auf Album 10 wird alles anders als vorher. Erstmal heisst es schon nicht so wie die Vorgänger "Charmbracelet", "Glitter", "Rainbow", "Butterfly" usw. usw. usw. Außerdem verzichtet Mariah Carey erstmals seit "Music Box" und dem daraus so erfolgreichen Track "Without you" auf eine Cover-Version. Ob man diese nun mochte oder nicht, auf "...Mimi" stammen alle 14 Songs aus der eigenen Feder. Und wenn sich Mariah Carey wohl emanzipiert (Mimi ist ihr Spitzname), dann kommt ein wirklich rundes Album heraus, wie sie es vorher noch nie abgeliefert hat. Klar, das hier ist nicht "Music Box" Nummer zwei, um da schon mal direkt Euphorien oder auch Angstausbrüchen (je nach Geschmack) vorzubeugen, auch kein "Butterfly" Nummer zwei. Aber wenn man schon in Vorgängeralben denken möchte, dann erinnert "...Mimi" doch phasenweise an das damals mutige Album "Butterfly".
Die songs auf dem neuen Album teilen sich in up-tempo-r'n'b-nummern wie sie Beyonce und co. nicht hätten besser machen können - ach, da will ich sogar sagen, das diese Damen da tatsächlich eine Klasse drunterliegen, denn alle Up-Tempo-Nummern sind super gelungen. Ob es "Stay the Night", "Shake you off", "To the floor" oder die 1. Single "It's like that" ist, dies sind nur 4 Up-Tempo-Nummern, und "...Mimi" hat noch mehr davon zu bieten, die sich keineswegs hinter dieser kleinen namentlichen Auswahl verstecken müssen. Grundsätzlich sind die Up-Tempo-Nummern im "It's like that"-Stil, wobei die 1. Single musikalisch sicherlich mega-mitreißend ist, die anderen Tracks überzeugen jedoch genauso.
Die Balladen sind anders als bisher von Mariah gekannt. Kein "Hero", kein "Through the Rain", kein "My All". Diesmal setzt sie mehr auf Jazz/Soul-Einflüsse. Die Balladen klingen allesamt ähnlich, bei dem ein oder anderen ist der Refrain noch mitreißender. Doch wenn die Balladen eben gut sind, dann schadet die Ähnlichkeit ja nicht, dann hat man eben noch mehr davon. "Mine Again", "Circles" oder "Fly like a bird" sind da sicherlich die Aushängeschilder, die eine durchaus reifere Mariah zeigen.
Einzig und allein "We belong together" sticht schließlich ein wenig heraus, weil es weder up-tempo-r'n'b ist noch Ballade, sondern eher in der mitte anzusiedeln ist. "We belong together" ist allerdings ein Riesensong, der wieder Mariahs volles Stimmvermögen wiederspiegelt.
Fazit: Bei allen Berichten über sie und allen Ausrutschern, die sie sich mit "Glitter" und "Charmbracelet" geleistet hat, auf "...Mimi" verfolgt sie eine klare Linie und die geht voll auf. Erstmals sind alle 14 Songs großartig und ausnahmslos hörbar. Perfekte Hintergrundmusik und ihr vermutlich bestes Werk seit "Butterfly".