Mit einem minimalen Budget ausgestattet, drehte Ridley Scott ("Blade Runner") mit "The Duellists" seinen Debütfilm. Die Story ist einer Kurzgeschichte von Joseph Conrad entlehnt: Zwei Offiziere der napoleonischen Armee, gänzlich unterschiedliche Charaktere, treffen aufeinander. Der eine, Feraud (Harvey Keitel), ist ein glühender Bonapartist, aufbrausend und schnell mit dem Degen zur Hand; der andere, d'Hubert (Keith Carradine), eher hölzern, pragmatisch und pflichtbewußt. Wegen einer Lappalie gerät Feraud in Zorn und fordert d'Hubert zum Duell. Der Zweikampf stillt aber Ferauds Blutdurst noch lange nicht. Wieder und wieder versucht er während des Rußlandfeldzuges, d'Hubert im Duell zu töten, doch der Krieg greift auf groteske Weise immer wieder ein und verhindert einen tödlichen Ausgang: mal wird der strebsame d'Hubert schneller befördert (und der Kodex verbot, einen ranghöheren Offizier zu fordern), mal greifen russische Husaren just in dem Augenblick an, als sich die Kontrahenten gegenüberstehen. Mit der Verbannung des Kaisers nach St. Helena ändern sich die Verhältnisse für die beiden Offiziere grundlegend - an dem fanatischen Haß, mit dem Feraud d'Hubert verfolgt und dessen Leben einfordert, ändert sich nicht das Geringste...
Mit sparsamen Mitteln ist hier ein spannender, manchmal vergnüglicher, manchmal todernster Film entstanden. Nicht zuletzt dank der großartigen Darsteller (außer den Hauptdarstellern ist Edward Fox in einer Nebenrolle zu sehen) wird die Story glaubhaft und atmosphärisch dicht transportiert.
Farbenfroh, schnell und lebendig in Szene gesetzt, mit mitreißenden Duellsequenzen - das ist dieser Film. Wer allerdings auf laute, krachende Hollywood-Action setzt, wird nicht auf seine Kosten kommen: Der Film ist eher etwas für Freunde der stilleren Zwischentöne; immerhin wird hier mit dem Säbel oder Degen gefochten und nicht mit Bomben und Granaten...