Ich bin ein exzessiver Fan seit 78 und habe alle Werke von KB bis heute.
The Dreaming ist leider und zu Unrecht relativ unbekannt. Das Cover illustriert den Song Houdini. Es war noch für LP-Format konzipiert.
Hier geht Kate zum ersten mal auf Abwegen der Überraschung und Verzerrung. Sie erzählt Geschichten, wie immer von einem sehr individuellen Standpunkt aus, in kunstvollen Sprachfetzen und du kannst raten, worum es geht und endlich fündig werden. Spannend. Das war seit Lionheart so.
Aber nun mit zwanzig fängt sie an zu experimentieren, mit neuen Rhythmen, Instrumenten, Stimmen, additional Voices, ein bischen Traditional, ein wenig Weltmusik, und es hat mich damals erst schockiert, dann fasziniert und dann war ich jahrelang addicted.
Wieder ist es keine CD, die man so neben einer Unterhaltung laufen lassen kann und auch zum Autofahren ist sie zu anspruchsvoll und für Autoakustik kaum geeignet.
Aber zum bewußt Anhören beim alleinsein, auch zu zweit, zur geistigen Erfrischung neben Hausarbeit und zur Anregung bei Gestaltung und Renovierung ist sie wunderbar inspiring und, ja auch witzig, im Sinne von seltsam schööön.
Wer die Texte nicht versteht kann sich in die Sounds fallen lassen und eigene Filme drehen. Musikalisch ist von strange-dissonant bis lieblich harmonisch, von kleinmädchenstimmig bis Furie alles dabei.
Kein Fan darf sich diese CD entgehen lassen und Wer sie als erste und einzige KB CD hätte wäre bestens bedient, denn sie ist vor allem typisch KB, nämlich einzigartig, auch heute immer noch innovativ und unbeschreiblich!
Mainstream-Liebhaber unbedingt die Finger weg!
Die Einzige, die mich heute an Kunstfertigkeit und Individualität, Musikalität und Expressionismus ein wenig an Kate erinnert ist Maria Mena. Zumindest, finde ich, kann man sehr gut beide lieben!