Seit einiger Zeit intensiven Wiederhörens (ich war 17, als ich mir 1984 die Platte kaufte) ist mir klar: das war eine Neudefinition dessen, was weibliche Stimme in der Popmusik bedeutet, ein Autobahnzubringer für die Stimmen der Neunziger (Björk, T. Amos, Goldfrapp, Moloko etc. und wie sie alle heissen mögen). Gleichzeitig ein Wunderwerk an Arrangierkunst, die eine noch sehr junge Frau in ihrem vierten Album hier an den Tag legte, ein ungewöhnlich mutiges und riskantes Album, das dann eben doch funktioniert und eine solch geradezu anarchische Kraft entwickelt, das es zum Fürchten ist. Aber es war auch ihr letztes Album, in dem sie alle Kugeln in Bewegung hielt. Im Gegensatz zu vielen Fans war für mich "Hounds of Love" bereits ein Rückzug...aber was sollte man auch da noch machen? Ein für allemal auf der Höhe und für mich ein frühzeitiges Vermächtnis. Ein grosses Ding mit vielen Aspeketen.