...oder: Wie ein lieblos gestaltetes Drehbuch einen Film eher zur Farce als zum Thriller macht; so könnte der Zweittitel für -The Double- lauten. Das Richard Gere nach wahrhaft überzeugenden Rollen in -The Flock, Hachiko und Brooklyn's Finest- hier zugesagt hat, verwundert mich schon sehr. Ich mag den Mimen aus Philadelphia und kann mir nicht vorstellen, dass er die Schwächen dieses Plots übersehen hat. In Michael Brandts Agententhriller agieren die handelnden Personen derart unlogisch, dass kein Fluss in die Story kommt. Am Ende wird es dann schnulzig emotional und auch das tut dem Film nicht gut.
Ende der Achtziger Jahre jagt die CIA den russischen Agenten Cassius. Agent Paul Sheperdson(Richard Gere) bearbeitete seinerzeit den Fall. Dann verschwand Cassius. Jetzt taucht er plötzlich wieder auf und wird verdächtigt, einen Senator getötet zu haben. CIA Chef Highland(Michael Sheen) reaktiviert Sheperdson und gibt ihm den jungen Ermittler Geary(Topher Grace) zur Seite. Der hat keinerlei Außendiensterfahrung ist aber theoretisch so gut mit den Cassius Akten vertraut, wie niemand sonst. Zunächst will Sheperdson nichts von Geary wissen, aber dann macht er sich mit ihm auf die Jagd nach Cassius. Die verläuft ziemlich schnell in eine völlig andere Richtung als geplant...
Das hätte ein ordentlicher Film werden können. Mit Brandts Charakteren, einigen absolut nicht nachvollziehbaren Wendungen und einem Bruch in der Geschichte, der nach einer halben Stunde einerseits interessant ist, aber dann doch nicht gut fortgeführt wird, kann die Story jedoch nicht überzeugen. Das Agenten einerseits gnadenlos jeden töten, der ihnen im Weg steht und dann plötzlich Gewissensbisse bekommen das ein oder andere Härchen zu krümmen, mag Michael Brandt verstehen, ich konnte das allerdings nicht nachvollziehen. Dabei hat Gere in der Vergangenheit gezeigt, wie gut er den knallharten Typen spielen kann. Für den Charkater des Agenten Geary gilt ähnliches. Auch ihm kann schlecht Leben eingehaucht werden, wenn die Anlage der Figur in puncto Cleverness und Unerfahrenheit so zerrissen ist. Da können sich Richard Gere und Topher Grace anstrengen, so viel sie wollen, das Storybook lässt einfach keine Glanzlichter zu. Am Ende will uns Brandt noch überraschen, das gelingt jedoch eher verhalten.
Schade, ich hatte mir von -The Double- mehr erwartet. Einen Film mit Richard Gere in Bestform schaue ich mir immer gern an. -The Double- hat für mich diese Erwartungen nicht erfüllt und landete in meiner Bewertungsliste mitten im Durchschnitt. Einerseits nicht schlimm, andererseits ärgerlich, dass Geres großes Potential mit einem schwachen Plot verschenkt wurde. Nichtsdestotrotz warte ich auf den nächsten Einsatz von Mr. Gere. Dann wird es hoffentlich wieder ein wahres Vergnügen zuzuschauen...