was dieses album heute noch so unwiderstehlich macht: es verströmt eine unbesiegbare jugendlichkeit. lebensfreude! natürlich ist da auch die todessehnsucht, aber es ist die flirtende, leichtherzige, poetische, charmante, auch ein bisschen naive todessehnsucht von jungen, sehr lebendigen menschen.
es ist das typische, vor kraft kaum stehen könnende debütalbum, wie es nur gruppen hinbekommen, die außer talent, inspiration und guten songs auch noch erfahrung ins studio mitbringen, indem sie vorher schon jahrelang in jeder bananenkiste live aufgetreten sind. sie kennen einander und ihre songs auswendig, alle stärken und schwächen. hört man sich die alten doors-demos an, glaubt man an eine verwechslung: der unsicher piepsende jungbub und der beeindruckend selbstbewusst und klug mit seiner stimme arbeitende sänger sollen ein und derselbe jim morrison sein, nur durch ein paar monate getrennt.
noch etwas macht dieses album besonders charmant: weil man vermutlich bewusst die kommerziellsten songs aus dem repertoire für das debüt ausgewählt hat, klingen die doors hier poppig, schwerelos, auf angenehme, aber nie anbiedernde weise konsensfähig wie später nie wieder. erst ganz am ende kam dieser fröhliche klang - der nicht im widerspruch zu den verminten texten steht, sondern sie sehr geschickt akzentuiert - wieder, bei "love her madly".
für meine schweinsohren - mich interessieren zugegeben songs mehr als sound - hat der aufwendige staubwischprozess im klangbild den zauber dieses albums noch gesteigert, vor allem das rekonstruierte höhere originaltempo, das die töne aufhellt. im netten booklet ist von einer 4-spur-maschine bei den damaligen aufnahmen die rede. dass das schlagzeug ganz auf der einen seite liegt, stört mich überhaupt nicht; so klingen diese songs in meinem kopf, so "gehören" sie, das ist teil ihrer wirkung.
in 10 tagen im schaffensrausch aufgenommen, vor 40 jahren, und das zeugs klingt immer noch so fantastisch gut. unfassbar eigentlich.