Tja, wie es scheint, ist „Division Bell" das letzte Pink Floyd-Album. Die Jungs (oder besser: die Senioren) lassen seit 1996 so gut wie keine Lebenszeichen mehr von sich hören. Das ist für mich als Floyd-Fan sehr bedauerlich, allerdings haben uns die alten Herren Mit „Division Bell" noch mal einen echten Knaller hinterlassen. Denn was das Gerede soll, dass Pink Floyd seit Waters Weggang nichts brauchbares mehr fabriziert haben, entzieht sich meines Verstandes. Für mich war Waters sowieso nicht das Mastermind, obwohl ich hier Meisterwerke wie „The Wall", welches fast vollständig auf sein Konto geht, nicht runteputzen will.
Besonders erfreulich an diesem Album ist, dass Richard Wright wieder als Komponist tätig ist. Bei „A Momentary Lapse Of Reason" war er ja schließlich nur als Gastmusiker aufgeführt. Nun zur Musik:
Das Album hat einen sehr warmen Sound, der eine sehr angenehme Atmosphäre erzeugt.
„Cluster One" entführt den Hörer gleich in eine Traumwelt. Der Track baut sich typisch-floydig langsam mit schwebenden Keyboards und einem Piano/E-Gitarren-Wechselspiel auf. Das Schlagzeug setzt ein und die Gitarre wird immer schöner. Ein floydiges Instrumentalstück. „What Do You Want From Me" soll dann ein angeblich Aufguss von "Have A Cigar" sein. Klar, der Anfang klingt sehr ähnlich, aber später ist der Song doch recht eigenständig mit tollen Backgroundvocals einer wiedeum genialen Gitarre. „Poles Apart" beginnt ruhig mit Akkustikgitarre, in der Mitte erzeugt ein kurzer Orchesterpart kurzweilig eine etwas düstere Atmosphäre, bis das Stück etwas an Tempo zunimmt und mit einem tollen Gilmour-Solo endet. Jetzt kommt „Marooned", wieder ein traumhaftes Instrumentalstück. Ich stelle mir dabei immer vor, wie ich mit dem Auto durch eine Gebirgelandschaft fahre. Und dazu diese Musik. Das Stück ist wieder mit Klavier und einer erneut wunderschönen, Gilmourschen E-Gitarre instrumentiert. „A Great Day For Freedom" beginnt als Klavierballade und endet mit einem traumhaften Gitarrensolo(auf welchen Song trifft das eigentlich nicht zu?). „Wearing The Inside Out" (von Richard Wright gesungen!) beginnt mit einem schönen Saxophon(endlich wieder von Dick Parry gespielt) und hat wieder ein tolles Gitarrensolo, aber auch schönes (und leider viel zu kurzes) Keyboardsolo zu bieten. Leider nerven die Backgroundvocals hier ein wenig, was dem Song aber nicht unbedingt schadet. „Take It Back" ist dann ein etwas fröhlicherer, flotterer Titel, ebenfalls schön anzuhören. Danach „Coming Back To Life", es beginnt als Ballade, wieder mit einer genialen E-Gitarre(Gilmour ist einfach ein Gitarrengott!) und es entfaltet sich ein Midtempo-Song. „Keep Talking" beginnt mit einer Radioansage(oder so was ähnlichem), hat etwas leicht psychedelisches und besonders das Keyboard-Solo (und natürlich auch das Gitarren-Solo) ist wieder hervorragend. Mit „Lost For Words"(tolle Akkustikgitarre und starker Bass) folgt der eingängigste Titel, der durchaus radiotauglich wäre, was nicht heißen soll, dass das Stück schlecht wäre, denn das genaue Gegenteil ist der Fall. Zum Schluss der längste Song. „High Hopes" beginnt mit seinen unverkennbaren Glockenschlägen und Klavier-Akkorden, ehe Gilmour mit Gesang und Akkustik-Gitarre einsetzt. Es folgt ein Intrumentalpart, der immer an Intensität gewinnt, bevor wieder die Klavierakkorde vom Anfang des Songs zu hören sind. Danach setzt Gilmour wieder mit seinem Gesang ein und gibt zum Schluss ein über 2 Minuten langes Steel-Gitarrensolo zum Besten. Das Stück klingt dann wieder langsam mit Glockenschlägen aus.