...verteilt Sascha Ring, alias "Apparat" auf seinem neuen Album -The Devil's Walk-. Was dort zu hören ist, das klingt ein wenig nach Tangerine Dream, Cafe del Mar und Zero 7 und ist dabei doch völlig anders. Eigenständig, genial zusammengestellt und mit der Garantie zum geistigen Abflug in eine andere musikalische Welt kommen die Klangsequenzen des gebürtigen Harzers, der mittlerweile in Berlin arbeitet, aus den Boxen geströmt. Für Elektronikmusik, jedenfalls wenn sie mich fragen, ist das die höchste Liga und dort spielt Apparat im oberen Drittel um die Meisterschaft. Mute Records können froh sein, Sascha Ring unter Vertrag genommen zu haben. Wenn diese Musik ihren Weg in die Radiosender findet(okay; das werden zunächst die Sparten- und Indiesender sein) dann wird sich die Produktion von -The Devil's Way- in jedem Fall auszahlen. Schon beim Berlin Festival 2011 war zu erkennen, dass elektronische Musik nicht ausstirbt, sondern sich auf einem erfolgreichen Marsch in die Ohren der Zuhörer befindet. Es mag einem älteren Typen wir mir zunächst seltsam erscheinen, wenn man nicht genau erkennen kann, ob da auf der Bühne Musiker oder Elektriker "im Gange" sind, wenn das Ergebnis allerdings wie bei Apparat klingt, ist mir das auch vollkommen egal.
Die Anspieltipps: Eigentlich befinden sich die 10 Songs auf -The Devil's Way- komplett in Augenhöhe. Da gibt es keinen Ausreißer, egal in welche Richtung. Zudem passt die Wahl der Abspielfolge sehr gut. Es ist der Opener, das instrumentale -Sweet Unrest- das einen sofort in den Bann schlägt. Da führt der "Devil's Walk" direkt in die sphärischen Klänge des Himmels. Ein herzschlagender Rhythmus, eine beschwörende Stimme und ein Klangerlebnis wie eine gute Radiohead-Scheibe; das verströmt -Goodbye- in atemberaubender Manier. -Candil de la Calle- lebt komplett vom Synthesizer und wirkt dabei so verstörend wie melodisch. -The Soft Voices- ist für mich persönlich Elektromusik im Endstadium. Hypnotisierend geht dieser Song ins Ohr. Ein absoluter akustischer Leckerbissen. Mit seinen elektronischen Streichersequenzen fällt -Ash black Veil- ein wenig aus dem Rahmen, beweist dabei aber gleichzeitig eine Menge Kreativität. Der Rausschmeißer -Your house is my world- beendet ein wunderbares Album stilgerecht. Wie gesagt, ich hätte jeden anderen Song auf dem Album ansprechen können, es gibt qualitativ kaum Unterschiede.
Apparat ist ein Name, den ich schon kannte, mir aber in Zukunft noch besser merken werde. Was Sascha Ring da an den Start geschoben hat, dürfte auf der ganzen Welt seine Freunde finden. Vielleicht ist das sogar der größte Vorteil der Elektronik-Musiker. In unserem vernetzten Zeitalter, mit jeder Menge Strom, werden Klänge, wie die auf -The Devil's Walk- eher Kommen als Gehen. Schauen wir mal, welchen Weg dieses Album gehen wird...